15.04.11

Bestrahlung schon während der OP - Brustkrebs-Behandlung soll schonender werden

Durch eine erste Bestrahlung noch während der Operation kann die Brustkrebs-Behandlung für so manche Frau künftig schonender werden. Bei der intraoperativen Bestrahlung wird nach der Entfernung des Tumors direkt das Tumorbett bestrahlt, um einzelne, eventuell zurückgebliebene Zellen zu zerstören. „Diese Form der Bestrahlung ist äußerst präzise“, erläutert Professor Dr. Rolf Kreienberg, der das Verfahren zusammen mit Professor Dr. Thomas Wiegel am Universitätsklinikum in Ulm etabliert hat.

Das Bestrahlungsgerät gibt dabei über einen Applikator niederenergetische Röntgenstrahlen in hoher Dosis ab, die das Zielgewebe gleichmäßig und direkt in der Operationshöhle erfassen. Dadurch wird, so Prof. Kreienberg, gesundes Gewebe geschont, da die Reichweite der Strahlen begrenzt ist. „Sie dringen nur wenige Zentimeter in das Gewebe ein“, sagt der Krebsmediziner.

Für die Frauen hat die intraoperative Bestrahlung einen entscheidenden Vorteil: Sie verkürzt die nach dem Eingriff notwendige Strahlenbehandlung um etwa zwei Wochen. Dadurch kommt es wesentlich seltener zu Spätfolgen an der Haut.

Die intraoperative Bestrahlung kommt laut Professor Kreienberg als Behandlungsverfahren  vor allem bei Frauen jenseits des 40. Lebensjahres in Betracht. Beste Voraussetzungen sind gegeben, wenn es sich nicht um einen schnell wachsenden Tumor handelt und wenn dieser nicht größer als drei Zentimeter ist.

Neben der kürzeren Bestrahlungszeit besteht ein Vorteil dieser Behandlungsart darin, dass  das Verfahren sehr effektiv zu sein scheint und dadurch die Wahrscheinlichkeit des Wiederauftretens des Tumors vermindert ist.

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