Selen mindert Nebenwirkungen der Strahlentherapie

Durch die zusätzliche Einnahme des Spurenelements Selen lässt sich das Risiko für Durchfälle nach einer Strahlenbehandlung bei gynäkologischen Krebserkrankungen mindern. Das haben Untersuchungen bei Frauen mit Gebärmutterhalskrebs oder Gebärmutterkörperkrebs ergeben, die nach der Operation eine Strahlenbehandlung erhielten und einen Selenmangel aufwiesen.
Ein Teil der Frauen wurde zusätzlich mit einem Selenpräparat behandelt, die übrigen Patientinnen bekamen keine zusätzlichen Selengaben. Vor der Strahlentherapie waren keine Unterschiede der Selenkonzentrationen im Blut bei den Frauen nachweisbar. Allerdings stieg der Selengehalt im Blut bei Frauen, die das Spurenelement zusätzlich einnahmen, anschließend deutlich an.
Gleichzeitig kam es seltener zu schweren Durchfällen: Während in der unbehandelten Gruppe jede zweite Frau mit einer schweren Diarrhoe auf die Strahlentherapie reagierte, trat eine solche Nebenwirkung nur bei jeder fünften Frau, die zusätzlich Selen erhalten hatte, auf.
Die Linderung von Nebenwirkungen ist neben der Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte, der Verbesserung der Lebensqualität und dem Bedürfnis, aktiv in die Bekämpfung der Krebserkrankung einzugreifen, wohl die wichtigste Triebfedern dafür, dass viele Krebspatienten nach „natürlichen“ Behandlungsmethoden suchen. „Die Vielzahl der dafür angebotenen Behandlungen ist für den Laien aber nur schwer zu bewerten“, mahnt Dr. Jutta Hübner vom Universitären Centrum für Tumorerkrankungen des Uniklinikums Frankfurt. Oberstes Gebot muss es nach Angaben der Medizinerin deshalb sein, dass die angewandten Verfahren in Abstimmung mit dem behandelnden Onkologen erfolgen.
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