Keine Angst vor Übelkeit, Erbrechen und Haarausfall - Richtig umgehen mit Nebenwirkungen der Tumortherapie


Viele Krebspatienten haben Angst vor unerwünschten Nebenwirkungen der Tumortherapie. Zu viel schon hat man von Eltern und Großeltern in früheren Tagen über die quälende Übelkeit und das Erbrechen unter der Behandlung gehört. Vergessen wird dabei oft, dass es in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten erhebliche Fortschritte bei der Krebsbehandlung gegeben hat und das nicht nur in puncto Wirksamkeit, sondern auch hinsichtlich einer besseren Verträglichkeit der Behandlungsregime. So ist die Strahlentherapie weitaus präziser als früher und das gesunde Gewebe kann dadurch besser geschont werden.
Auch die Chemotherapie ist verträglicher geworden als zur Zeit unserer Eltern und Großeltern und mit den modernen Wirkstoffen der zielgerichteten Therapie (Targeted Therapy) haben die Ärzte zudem neue Behandlungsmöglichkeiten, die weitaus besser verträglich sind als die althergebrachten Zytostatika. Dennoch können belastende Nebenwirkungen unter der Behandlung auftreten. Selbst wenn der Arzt zu Beginn der Therapie umfassend über die möglichen Reaktionen des Körpers auf die Behandlung aufklärt, fühlen sich viele Betroffene beim Auftreten der Beschwerden verunsichert, vor allem wenn sie die Symptome nicht klar zuordnen können. Ist dieses Kribbeln in den Händen normal? Warum fühle ich mich so müde und zerschlagen? Muss ich diese Übelkeit aushalten? Soll ich dem Arzt von dem Durchfall erzählen oder wird er dann die Behandlung abbrechen? Das Grübeln und Zweifeln lässt die Betroffenen oftmals die Situation schlimmer erleben als es eigentlich notwendig wäre.
Das muss nicht sein und in aller Regel hilft ein offenes Wort mit dem Arzt oder mit der betreuenden Krankenschwester. Sie können helfen, die Symptome richtig einzuordnen und sie können dafür sorgen, dass die Beschwerden durch eine gezielte Behandlung gelindert werden. Denn es gibt zahlreiche unterstützende, so genannte supportive Maßnahmen, mit denen sich Nebenwirkungen einer Tumortherapie lindern lassen oder mit denen ihnen direkt vorgebeugt werden kann. Es ist deshalb sinnvoll, mit seinem Arzt zu sprechen, wenn man bestimmte Reaktionen wie etwa den Haarausfall oder die Übelkeit besonders fürchtet. Oftmals gibt es die Möglichkeit, diese Nebenwirkungen zu umgehen, indem zum Beispiel bei der Chemotherapie Wirkstoffe eingesetzt werden, die kaum Haarausfall verursachen oder indem der Übelkeit durch eine vorbeugende Behandlung entgegengewirkt wird.
Es ist noch aus einem anderen Grund wichtig, auftretende Nebenwirkungen nicht einfach stillschweigend hinzunehmen: Solche Reaktionen können anzeigen, dass die gewählte Therapie gut wirkt, die eingesetzten Wirkstoffe aber vielleicht anfangs etwas niedriger dosiert sein sollten. Bei Veränderungen der Haut im Hand- und Fußbereich ist dies nicht selten der Fall. Dann ist es wichtig, den Arzt früh genug darüber zu informieren, damit die Behandlung angepasst und damit auch langfristig fortgeführt werden kann. Es kann zudem wichtig sein, auftretende Beschwerden rechtzeitig behandeln zu lassen, da sich selbst scheinbar harmlose Infektionen, wie Entzündungen der Mundschleimhaut, zu einem ernsthaften Problem entwickeln können, wenn sie nicht rechtzeitig angemessen therapiert werden.
Kalender
|
Baden-Württemberg 08.05.2012 |
Reha Angebot für Langzeit-Transplantierte in Freiburgweiterlesen |
|
Bayern 21.05.2012 |
Arzt-Sprechstunde zum Thema Krebsweiterlesen |
|
Sachsen-Anhalt 23.05.2012 |
Beratung für Krebsbetroffene in Bernburgweiterlesen |
|
Sachsen-Anhalt 24.05.2012 |
Beratung für Krebsbetroffene in Dessau-Roßlauweiterlesen |
Hilfestellungen
Patientenrechte
In enger Zusammenarbeit mit Fachanwälten, die auf sozial- und medizinrechtliche Fragestellungen spezialisiert sind, entsteht diese Serie. Sie gibt Hilfestellung im sozialmedizinischen Umfeld und beantwortet auch Ihre Fragen. mehr
Büchertipps
Welche Bücher aus dem vielfältigen Angebot sind lesenswert? Die Bücher- und Lesetipps werden unter inhaltlichen Aspekten der aktuellen Ausgabe dieser Zeitung und qualitativen Kriterien für die Leserschaft ausgewählt. mehr
Kosmetik- und Pflegetipps
Was bei der Hautpflege zu beachten ist, warum eine gute Hautpflege das A & O ist und wie sich Hautveränderungen sowie Folgen der Krebsbehandlung kaschieren lassen, erfahren Sie in Artikeln dieser Serie. mehr
Rezepttipps
Was können, dürfen oder mögen Krebspatienten essen und trinken? Auf diese Frage möchte die Zeitung Lebenswege einige einfache, kochbare und schmeckende Tipps geben. mehr
Sport und Bewegung bei Krebs
Regelmäßiger Sport kann nicht nur einer Krebserkrankung vorbeugen, sondern auch dazu beitragen, dass Menschen mit Krebs schneller genesen und weniger unter Begleiterscheinungen der Erkrankung und ihrer Behandlung leiden. mehr
Medizinerdeutsch von A bis Z
Ärzte sprechen häufig eine eigene Sprache und nicht immer haben sie Zeit, die Fachbegriffe zu übersetzen. Diese Rubrik soll zu etwas mehr Orientierung und Verständnis in der Medizinersprache beitragen. mehr
Tumorarten von A bis Z
Um Ihnen schnell Informationen zu Krebsarten zu bieten, können Sie in dieser Rubrik nach dem Alphabet Ihre gewünschten Informationen suchen. mehr



