15.02.12

Erhöhtes Thromboserisiko - Die Gefährdung ist nicht bei allen Tumoren gleich

Menschen mit einer Krebserkrankung entwickeln überproportional häufig eine Thrombose. Gelegentlich ist die Thrombose sogar das erste Zeichen, mit dem sich die Krebserkrankung bemerkbar macht. Wie hoch das Thromboserisiko im Einzelfall ist, hängt von der Art des Tumors ab, von dessen Stadium und auch von der Art und Intensität der Behandlung sowie möglichen weiteren Erkrankungen und Risikofaktoren.

Im Falle einer Krebserkrankung ist das Thromboserisiko vor allem erhöht, wenn die Bauchspeicheldrüse, der Magen, die Nieren, die Lunge oder die Eierstöcke betroffen sind. Auch Menschen mit einem Lymphom oder einem Hirntumor weisen ein höheres Risiko auf.
Das ist vor allem in der ersten Zeit nach der Diagnosestellung der Fall, aber auch bei Tumoren im fortgeschrittenen Stadium, so heißt es in den neuen Leitlinien zur Diagnostik und Behandlung der so genannten thromboembolischen Komplikationen im Verlaufe einer Tumorerkrankung.   
Gefürchtet ist die Thrombose, weil sich unter Umständen der Blutpfropf in der Beinvene lösen und mit dem Blutstrom in die Lunge gespült werden kann. Es kommt dann zu einer Lungenembolie und damit zu einer möglicherweise lebensbedrohlichen Komplikation. Sie macht sich durch Atemnot bemerkbar, durch akute Schmerzen im Brustbereich, durch Husten und oft auch durch Herzrhythmusstörungen. Treten Symptome einer Thrombose oder gar einer Lungenembolie auf, muss unverzüglich ein Arzt konsultiert werden.
Damit es gar nicht erst so weit kommt, wird oft eine gezielte Thromboseprophylaxe mit Wirkstoffen durchgeführt, welche die Blutgerinnung hemmen. Dabei wird jedoch die Neigung zu Blutungen verstärkt, so dass der Arzt stets sorgfältig den Nutzen einer solchen Maßnahme gegen die potenziellen Risiken einer Blutung abwägen wird.                           

 

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