01.02.12

Konsequent Thrombosen vorbeugen - Interview mit Professor Dr. Rupert Bauersachs, Darmstadt

Warum Krebspatienten ein erhöhtes Thromboserisiko aufweisen und wie sich dem begegnen lässt, erläutert Professor Dr. Rupert Bauersachs aus Darmstadt in einem Interview.

Herr Professor Bauersachs, warum kommt es bei Krebspatienten so oft zu einer Thrombose?
Das hat mehrere Ursachen: Ein Grund dürfte schon darin liegen, dass die Krebserkrankung meist erst im fortgeschrittenen Alter auftritt. Ältere Menschen aber haben per se ein höheres Thromboserisiko als junge Menschen. Davon abgesehen kann das Thromboserisiko direkt durch die Tumorerkrankung erhöht sein und auch durch die Tumorbehandlung. So wissen wir, dass beispielsweise unter einer Chemotherapie und ebenso unter einer Strahlenbehandlung die Neigung zur Thrombenbildung ansteigt.

Woran liegt das?
Der Tumor selbst wie auch seine Behandlung können die Blutgerinnung im Körper aktivieren. Die Blutgerinnung ist wichtig, damit wir im Falle einer Verletzung nicht verbluten. Ist die Gerinnungsneigung aber erhöht, wie das zum Beispiel durch einen Tumor ausgelöst werden kann, besteht die Gefahr, dass die Blutplättchen miteinander verklumpen und einen Blutpfropf bilden, der dann den Blutfluss in den betroffenen Venen beeinträchtigt.

Was bedeutet das für Krebspatienten?
Man muss bei Tumorpatienten generell wachsam sein im Hinblick auf die Entwicklung einer Thrombose. Kommt es dazu, so ist eine frühzeitige Behandlung wichtig, damit sich nicht weitere Komplikationen wie eine Lungenembolie ausbilden. Eine Thrombose lässt sich bei Krebspatienten ebenso gut wie bei anderen Patienten behandeln. Davon abgesehen kann man mit Medikamenten, die das Blut verdünnen, Thrombosen vorbeugen. Auch dies geschieht bei Tumorpatienten ganz genauso wie bei Menschen mit erhöhtem Thromboserisiko. Allerdings wird man sich bei Krebspatienten, zum Beispiel nach einer Operation, wegen des prinzipiell erhöhten Risikos eher als sonst üblich zu einer solchen Maßnahme entschließen und eine konsequente Thromboseprophylaxe einleiten.

Womit wird behandelt?
Die Behandlung erfolgt üblicherweise mit Heparin-Präparaten, was allerdings Injektionen unter die Haut erfordert. Man braucht sich unter einer solchen Behandlung aber keine Sorgen zu machen, dass Blutungen auftreten werden, das Risiko hierfür ist gering. Es gibt andererseits Hinweise, dass sich Heparine möglicherweise sogar günstig auf die Tumorentwicklung auswirken und vielleicht sogar eine Metastasenbildung hemmen. Allerdings sind die vorliegenden Daten bislang leider noch widersprüchlich, so dass wir noch keine allgemeinen Empfehlungen geben können.                                             

Herr Professor Bauersachs, haben Sie vielen Dank für das Gespräch.

Kalender

Baden-Württemberg

08.05.2012

Reha Angebot für Langzeit-Transplantierte in Freiburg

weiterlesen

Bayern

21.05.2012

Arzt-Sprechstunde zum Thema Krebs

weiterlesen

Sachsen-Anhalt

23.05.2012

Beratung für Krebsbetroffene in Bernburg

weiterlesen

Sachsen-Anhalt

24.05.2012

Beratung für Krebsbetroffene in Dessau-Roßlau

weiterlesen

Veranstaltungen nach Bundesländern sortiert

Bestens versorgt

sind Krebspatienten in zertifizierten Behandlungszentren.

Hilfestellungen

Patientenrechte

In enger Zusammenarbeit mit Fachanwälten, die auf sozial- und medizinrechtliche Fragestellungen spezialisiert sind, entsteht diese Serie. Sie gibt Hilfestellung im sozialmedizinischen Umfeld und beantwortet auch Ihre Fragen. mehr

Büchertipps

Welche Bücher aus dem vielfältigen Angebot sind lesenswert? Die Bücher- und Lesetipps werden unter inhaltlichen Aspekten der aktuellen Ausgabe dieser Zeitung und qualitativen Kriterien für die Leserschaft ausgewählt. mehr

Kosmetik- und Pflegetipps

Was bei der Hautpflege zu beachten ist, warum eine gute Hautpflege das A & O ist und wie sich Hautveränderungen sowie Folgen der Krebsbehandlung kaschieren lassen, erfahren Sie in Artikeln dieser Serie. mehr

Rezepttipps

Was können, dürfen oder mögen Krebspatienten essen und trinken? Auf diese Frage möchte die Zeitung Lebenswege einige einfache, kochbare und schmeckende Tipps geben. mehr

Sport und Bewegung bei Krebs

Regelmäßiger Sport kann nicht nur einer Krebserkrankung vorbeugen, sondern auch dazu beitragen, dass Menschen mit Krebs schneller genesen und weniger unter Begleiterscheinungen der Erkrankung und ihrer Behandlung leiden. mehr

Medizinerdeutsch von A bis Z

Ärzte sprechen häufig eine eigene Sprache und nicht immer haben sie Zeit, die Fachbegriffe zu übersetzen. Diese Rubrik soll zu etwas mehr Orientierung und Verständnis in der Medizinersprache beitragen. mehr

Tumorarten von A bis Z

Um Ihnen schnell Informationen zu Krebsarten zu bieten, können Sie in dieser Rubrik nach dem Alphabet Ihre gewünschten Informationen suchen. mehr