Häufiger Tumore in der Rachenregion - Viren als Ursache von Kopf-Hals-Tumoren lange verkannt
Tumore im Kopf-Hals-Bereich nehmen bereits seit Jahren an Häufigkeit zu. Das gilt vor allem für das Rachenkarzinom, während die Häufigkeitszahlen beim Kehlkopfkrebs annähernd stabil bleiben. „Krebserkrankungen in der Kopf-Hals-Region stehen inzwischen an fünfter Stelle der häufigsten Tumore des Mannes“, berichtet Professor Dr. Andreas Dietz aus Leipzig. Lange Zeit wurden hierfür vor allem ein hoher Alkoholkonsum, das Rauchen sowie eine schlechte Mundhygiene verantwortlich gemacht. Inzwischen aber ist klar, dass nicht selten auch Viren Auslöser insbesondere von Tumoren des Rachenraums sind. „Es handelt sich dabei vor allem um die so genannten humanen Papillomaviren, kurz auch HPV genannt“, berichtet der Krebsmediziner.
Doch nicht nur bei der Erforschung der Krankheitsursachen gibt es Neuerungen, sondern auch bei der Behandlung sind Fortschritte zu verzeichnen. „Auch wenn heutzutage die Operation die wichtigste Waffe gegen Kopf-Hals-Tumore ist, haben sich die Gesamtkonzepte der therapeutischen Strategien verändert“, erklärt Professor Dietz. Während die Krebsmediziner bislang fast ausschließlich auf die Operation sowie die Chemo- und die Strahlentherapie gesetzt haben, gewinnen nunmehr Antikörper an Bedeutung. Mit diesen lassen sich gezielt Wachstumsfaktoren blockieren. „Damit können wir das Fortschreiten der Tumore bremsen“, sagt Professor Dietz. Laufende Studien müssen nach seinen Worten nun klären, wie die Kombination der einzelnen Komponenten in neuen Konzepten das Überleben der Patienten verbessern kann, da bisher immer noch jeder zweite Betroffene an den Folgen der Erkrankung verstirbt.
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