Neuerungen bei der Brustkrebstherapie - Entfernen der Lymphknoten ist oft vermeidbar

So mancher Frau mit Brustkrebs kann offenbar das Entfernen der Lymphknoten in den Achselhöhlen erspart werden. Bisher wurden diese Lymphknoten regelmäßig entfernt, wenn sich im so genannten Wächterlymphknoten, also dem ersten Lymphknoten der Lymph-Strombahn hinter dem Tumor, Krebszellen nachweisen ließen. Waren die Befunde der feingeweblichen Untersuchung des Wächterlymphknotens negativ, dann wurde auf die Ausräumung der Achselhöhle verzichtet.
Eine Studie amerikanischer Forscher hat jüngst jedoch gezeigt, dass es für die Heilungs- und Überlebenschancen der Frauen offenbar unerheblich ist, ob die Achsellymphknoten entfernt werden oder nicht. „Das ändert unsere Behandlungsstrategien erheblich“, erläutert dazu Professor Dr. Nadia Harbeck vom Brustzentrum der Universitätsklinik Köln. „Voraussetzung jedoch ist, dass die Frauen auf jeden Fall nach der Operation eine vorbeugende medikamentöse Antikrebsbehandlung erhalten“, betont Professor Harbeck. Das gehört nach ihren Worten zum Standard der Brustkrebsbehandlung ebenso wie eine Strahlentherapie nach brusterhaltender Operation.
Die neuen Erkenntnisse sorgen nach Professor Harbeck dafür, dass die Brustkrebsbehandlung für viele Frauen deutlich schonender werden kann. Denn das Entfernen der Achsellymphknoten ist mit einem hohen Risiko für die Entwicklung eines Lymphödems behaftet. Der betroffene Arm lagert dabei nicht nur Gewebsflüssigkeit ein, sondern ist oft auch schmerzhaft und es besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Das alles kann nunmehr mancher Frau mit positivem Wächterlymphknoten erspart werden. „Die Befunde sind so bedeutsam, dass sie sehr rasch schon Eingang in die aktuellen medizinischen Leitlinien zur Behandlung von Brustkrebs gefunden haben“, berichtet Professor Harbeck.
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