16.06.11

Tumore gezielt behandeln - Fortschritte bei Krebs im Magen-Darm-Trakt

Die Heilungschancen hängen bei Krebserkrankungen im Magen-Darm-Trakt stark vom Gewebetyp und vom Ursprung des Tumors ab. Deshalb ist es folgerichtig, die Art der Behandlung vom jeweiligen Tumortyp und selbstverständlich auch vom Tumorstadium abhängig zu machen. „Eine zielgerichtete, auf den individuellen Tumor abgestimmte Behandlung verbessert die Lebenserwartung der Patienten und mindert den Leidensdruck“, sagte Professor Dr. Bertram Wiedenmann, Berlin, anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Wiesbaden.

Folglich dürfen Krebserkrankungen nicht nach Schema F behandelt werden: „Wir müssen vielmehr genau unterscheiden, in welchem Organ der Tumor entsteht, wo er genau lokalisiert ist und welche besonderen Merkmale und genetischen Besonderheiten die Krebszellen aufweisen“, betonte der Mediziner. Daran orientiert sich die moderne Krebsbehandlung. Sie richtet sich gezielt gegen den im individuellen Fall vorliegenden Tumor. „Magenkrebs ist eben nicht gleich Magenkrebs“, erklärte dazu Professor Wiedenmann. So gibt es nach neuesten Erkenntnissen zum Beispiel bei einer Reihe der betroffenen Patienten auf der Oberfläche der Zellen bestimmte Merkmale, die so genannten HER2-Rezeptoren. Sie lassen sich besonders gut mit einem Antikörper behandeln, der gezielt gegen diese Merkmale gerichtet ist. Das Beispiel verdeutlicht laut Professor Wiedenmann, wie zielgerichtet die moderne Krebstherapie vorgeht.

Die Krebsforscher suchen nach seinen Worten auch weiterhin nach speziellen Merkmalen und Signalmolekülen bei Tumoren. „Wir haben in verschiedenen Bereichen schon molekulare Schalter in den bösartig veränderten Zellen gefunden“, sagt der Krebsmediziner. Bei einer Reihe von Krebsarten ist es zudem gelungen, Medikamente, wie etwa Antikörper, zu entwickeln, mit deren Hilfe diese Schalter quasi umgelegt werden, was den Tumor am weiteren Wachstum hindert.    

 

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