Diagnose Krebs: Wie finde ich den richtigen Arzt? - Gut informiert dem Krebs begegnen

Rund jeder zweite Krebspatient kann heutzutage von seiner Tumorerkrankung geheilt werden. Diese Zahl signalisiert bereits, welche enormen Fortschritte die Krebsbehandlung in den vergangenen Jahren gemacht hat.
„Wir haben bei den Heilungserfolgen einen regelrechten Quantensprung erlebt“, berichtete Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, beim Patientenkongress der Organisation in Bonn.
Nicht allen Krebspatienten aber kommen die Fortschritte bereits zugute. Eine optimale Behandlung setzt vielmehr voraus, dass die Betroffenen in einem eigens auf die Diagnostik und Therapie des jeweiligen Tumors versierten Zentrum betreut werden. In Deutschland wurden und werden vielerorts entsprechende Zentren etabliert, die jeweils von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert sind. Es gibt bereits viele zertifizierte Brustkrebszentren, Darmkrebszentren und auch Zentren für viele andere Tumorarten. Diese Zentren müssen konkrete Kriterien der Versorgung erfüllen und es wird regelmäßig kontrolliert, ob dies tatsächlich der Fall ist. So muss die geplante Behandlung für jeden einzelnen Patienten in einer speziellen „Tumorkonferenz“ besprochen werden, an der alle beteiligten Ärzte, also zum Beispiel der Onkologe, der Chirurg und der Strahlenmediziner, teilnehmen. Außerdem ist nach den Leitlinien der Fachgesellschaften zu behandeln. Sichergestellt sein muss, dass die Patienten im Bedarfsfall eine palliativmedizinische Behandlung und/oder eine psychoonkologische Betreuung erhalten.
„Wir sind ebenso wie die Deutsche Krebsgesellschaft der Meinung, dass Menschen mit Krebs ausschließlich in solchen auf die Behandlung von Tumorpatienten spezialisierten und zertifizierten Krebszentren behandelt werden sollten“, sagte Nettekoven in Bonn. Es muss sich dabei nach seinen Worten nicht um eine einzelne Klinik handeln. Wichtiger ist, dass sich Netzwerke und Verbünde bilden, in denen die Patienten mit allen sich aus der Erkrankung ergebenden Problemen optimal betreut werden können.
Doch wie findet man die richtigen Anlaufstellen? „Erkundigen Sie sich in einem zertifizierten Zentrum für den jeweils vorliegenden Tumor“, so der Rat Nettekovens. Eine Liste der aktuell zertifizierten Organkrebszentren findet sich auf der Webseite der Deutschen Krebsgesellschaft, www.krebsgesellschaft.de, die für jedermann zugänglich ist. Es gibt laut Nettekoven außerdem die Möglichkeit, sich bei Selbsthilfegruppen sowie beim Krebsinformationsdienst (www.krebsinformationsdienst.de, Telefon 0800-4203040, siehe Seite 2) oder dem Informations- und Beratungsdienst der Deutschen Krebshilfe, Telefon 0228/7 29 90-95 (Mo-Fr von 8-17 Uhr), darüber zu informieren, wo entsprechend versierte Ärzte und Kliniken zu finden sind.
„Nutzen Sie außerdem unbedingt die Chance, eine Zweitmeinung einzuholen“, empfiehlt Nettekoven. Das sollte nach der Diagnose „Krebs“ geschehen und es kann durchaus sinnvoll sein, sich auch im Verlaufe der Behandlung noch einmal bei einem anderen Arzt oder in einer anderen Klinik vorzustellen, wenn wichtige Therapieentscheidungen anstehen.
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