„Es brodelt wie in einem Vulkan in mir“ - Psychische Belastungen abbauen

„Der Krebs beherrscht total mein Leben, es brodelt wie ein Vulkan in mir, ich habe panische Ängste“. Dieses Zitat einer Krebspatientin zeigt, wie massiv die Erkrankung oft die Psyche belastet. „Die Diagnose Krebs wird von vielen Betroffenen als existentielle Bedrohung und als Lebenskrise erlebt“, berichtete Ilsegret von Hofe von der Krebsberatungsstelle im Tumorzentrum Bonn beim Patientenkongress der Deutschen Krebshilfe.
Die Tumorerkrankung beeinträchtigt nach ihren Worten das körperliche und ebenso das seelische Wohlbefinden des Patienten und ist zudem oft auch mit Veränderungen der beruflichen Situation und mit finanziellen Einbußen verbunden. Das kann wiederum Konflikte in der Familie und im sozialen Umfeld schüren. Zukunftspläne und Lebensziele werden in Frage gestellt und nicht selten schwindet aufgrund der Erkrankung auch das Selbstwertgefühl des Betroffenen. Stattdessen machen sich Trauer, Verzweiflung und Schuldgefühle breit.
Das alles sind Faktoren, die von Krebspatienten verkraftet werden müssen, und es ist kein Wunder, wenn so mancher sich in dieser Situation fühlt, als werde ihm der Boden unter den Füßen weggezogen. „Vielen Krebspatienten sind ihre Ängste und deren Ursachen aber nur wenig bewusst und es bleibt oft nur ein Gefühl der Hilflosigkeit und der Hoffnungslosigkeit“, berichtete die Sozialpädagogin in Bonn. Sie rät all jenen, die solche Gefühle erleben, professionelle Hilfe zu suchen und anzunehmen: „Wir wissen, dass jeder dritte Krebspatient psychisch über Gebühr unter der Erkrankung leidet und der psychoonkologischen Betreuung bedarf.“
In 80 Prozent der Fälle kann mit einigen wenigen Gesprächen für eine deutliche Entlastung und Entspannung der Situation gesorgt werden und die Patienten können wieder mit mehr Mut und Zuversicht in die Zukunft schauen. „Wir können keine Wunder vollbringen und die Patienten nicht heilen. Aber wir können ihnen helfen, die Ängste auf das normale Maß zurückzunehmen, sie nicht als Schwäche zu empfinden und damit die Krankheit besser zu bewältigen“, erklärt Frau von Hofe.
Kalender
|
Baden-Württemberg 08.05.2012 |
Reha Angebot für Langzeit-Transplantierte in Freiburgweiterlesen |
|
Bayern 21.05.2012 |
Arzt-Sprechstunde zum Thema Krebsweiterlesen |
|
Sachsen-Anhalt 23.05.2012 |
Beratung für Krebsbetroffene in Bernburgweiterlesen |
|
Sachsen-Anhalt 24.05.2012 |
Beratung für Krebsbetroffene in Dessau-Roßlauweiterlesen |
Hilfestellungen
Patientenrechte
In enger Zusammenarbeit mit Fachanwälten, die auf sozial- und medizinrechtliche Fragestellungen spezialisiert sind, entsteht diese Serie. Sie gibt Hilfestellung im sozialmedizinischen Umfeld und beantwortet auch Ihre Fragen. mehr
Büchertipps
Welche Bücher aus dem vielfältigen Angebot sind lesenswert? Die Bücher- und Lesetipps werden unter inhaltlichen Aspekten der aktuellen Ausgabe dieser Zeitung und qualitativen Kriterien für die Leserschaft ausgewählt. mehr
Kosmetik- und Pflegetipps
Was bei der Hautpflege zu beachten ist, warum eine gute Hautpflege das A & O ist und wie sich Hautveränderungen sowie Folgen der Krebsbehandlung kaschieren lassen, erfahren Sie in Artikeln dieser Serie. mehr
Rezepttipps
Was können, dürfen oder mögen Krebspatienten essen und trinken? Auf diese Frage möchte die Zeitung Lebenswege einige einfache, kochbare und schmeckende Tipps geben. mehr
Sport und Bewegung bei Krebs
Regelmäßiger Sport kann nicht nur einer Krebserkrankung vorbeugen, sondern auch dazu beitragen, dass Menschen mit Krebs schneller genesen und weniger unter Begleiterscheinungen der Erkrankung und ihrer Behandlung leiden. mehr
Medizinerdeutsch von A bis Z
Ärzte sprechen häufig eine eigene Sprache und nicht immer haben sie Zeit, die Fachbegriffe zu übersetzen. Diese Rubrik soll zu etwas mehr Orientierung und Verständnis in der Medizinersprache beitragen. mehr
Tumorarten von A bis Z
Um Ihnen schnell Informationen zu Krebsarten zu bieten, können Sie in dieser Rubrik nach dem Alphabet Ihre gewünschten Informationen suchen. mehr



