Vor dem Skalpell steht oft die Chemotherapie - Metastasen in der Leber vor der OP verkleinern

Rund 250.000 Menschen erkranken pro Jahr in Europa an Darmkrebs. Bei einem Drittel von ihnen liegen bei der Diagnosestellung bereits Metastasen in der Leber vor. Die Heilungschancen hängen dann direkt davon ab, ob die Tochtergeschwülste in der Leber durch eine Operation vollständig entfernt werden können oder nicht.
„Wir haben aber bei der operativen Entfernung solcher Metastasen in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht“, berichtete Professor Dr. Hauke Lang aus Mainz beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie in München.Durch eine entsprechende Vorbehandlung gelingt es oft, Tochtergeschwülste, die zunächst als nicht operierbar galten, einzuschmelzen, so dass sie anschließend doch operativ entfernt werden können. Dazu erhalten die Patienten nach Professor Lang zunächst die übliche Chemotherapie und zusätzlich einen so genannten Angiogenesehemmer, also einen Wirkstoff, der die Gefäßneubildung in der Umgebung des Tumors hemmt.
Nur rund 10 bis 20 Prozent der Patienten mit Lebermetastasen sind laut Professor Lang direkt Kandidaten für eine Operation. Bei weiteren zehn Prozent ist der Eingriff generell nicht erfolgversprechend. Bei 70 bis 80 Prozent aber liegen Tochtergeschwülste vor, die auf den ersten Blick ebenfalls nicht operabel sind, bei denen sich aber der Versuch einer Vorbehandlung lohnt. „In Studien haben wir gesehen, dass bei 40 Prozent dieser Patienten die Metastasen später doch gut operativ zu entfernen sind“, berichtete der Mediziner in München. „Die Heilungschancen sind dadurch für diese Patienten erheblich gestiegen“.
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