Krebs und Sexualität – noch ein Tabuthema - Mehr Offenheit ist gefragt

Selbstverständlich haben auch Menschen mit Krebserkrankung sexuelle Bedürfnisse. Darüber aber wird in unserer modernen Zeit noch wenig gesprochen. „Das Thema Krebs und Sexualität ist leider noch weitgehend tabu“, berichtete Dr. Thalia Erbes vom Universitätsklinikum Freiburg beim Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Senologie in Dresden.
Das sexuelle Erleben wird nach ihren Worten durch die Krebserkrankung oft enorm beeinträchtigt. Psychische Belastungen, aber auch körperliche Veränderungen wirken sich auf das Sexualleben aus. Zudem tritt vor allem in der ersten Krankheitsphase die Sexualität vor der Konzentration auf die notwendige Behandlung meist in den Hintergrund. „Mit der Rückkehr in den Lebensalltag gewinnen die sexuellen Wünsche und damit auch die krankheitsbedingten Beeinträchtigungen dann wieder mehr an Bedeutung“, erklärte die Medizinerin. Nicht wenige Patienten bekommen in Folge der Tumorerkrankung allerdings Schwierigkeiten in ihrem Sexualleben. So geben laut Dr. Erbes bei Befragungen rund 80 Prozent der Frauen mit Brustkrebs an, nach der Diagnose sexuelle Probleme entwickelt zu haben. Wichtig ist es deshalb, die immer noch vorherrschenden Tabus zu durchbrechen. Frau Erbes plädierte in Dresden darum für mehr Offenheit im Umgang mit dem Thema „Sexualität und Krebs“ und das bei den Partnern unter-einander, aber auch im Arzt-Patientengespräch. Gibt es Probleme beim sexuellen Erleben durch die Erkrankung, so sollten die Patienten sich aus ihrer Sicht nicht scheuen, dies offen bei ihrem Arzt anzusprechen und um Hilfsmöglichkeiten und weitere Informationen nachzufragen. Letztere gibt es zudem beim Online-Portal des Informationszentrums für Sexualität und Gesundheit e.V. (ISG) unter der Webseite www.isg-info.de.
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