Optimale Krebstherapie – auch im Alter - Behandlung muss sich dem allgemeinen Gesundheitszustand anpassen

Krebs ist eine Erkrankung, die meist ältere und alte Menschen betrifft. Das bedeutet nicht, dass es Abstriche bei der Behandlung geben darf. „Alte Menschen haben genauso ein Recht auf eine optimale Behandlung wie junge Patienten“, mahnt Privatdozent Dr. Ulrich Wedding aus Jena. Allerdings kann es sein, dass die übliche Standardbehandlung eines bestimmten Tumors im individuellen Fall an die Gesundheitssituation angepasst werden muss.
„Die Anpassung der Behandlung ist nicht vom kalendarischen Alter abhängig, sondern davon, wie es konkret um die allgemeine Gesundheit des Patienten bestellt ist“, sagt der Krebsmediziner. Es sollte deshalb, so Wedding, vor Behandlungsbeginn genau untersucht werden, ob neben der Krebserkrankung weitere Erkrankungen vorliegen. Es muss ferner geprüft werden, ob der Patient mit den zu erwartenden Nebenwirkungen zurechtkommen wird, ob er hinsichtlich seiner geistigen Leistungsfähigkeit eine komplexe Krebstherapie bewältigen kann, und ob er sozial so gut eingebunden und versorgt ist, dass ihm eine unter Umständen belastende Behandlung zuzumuten ist. „Geriatrisches Assessment“, so nennen die Mediziner dieses Vorgehen, bei dem durch verschiedene Tests und Befragungen des Patienten abgeklärt werden soll, wie im Einzelfall die Tumortherapie zu gestalten ist. „Nur so können wir sicherstellen, dass ältere Menschen eine optimale Krebsbehandlung mit möglichst hohen Heilungschancen und möglichst geringer Belastung erhalten“, erläutert Dr. Wedding. Sehr häufig zeigt das Ergebnis des geriatrischen Assessments, dass die Standardtherapie wie auch bei einem jüngeren Menschen durchgeführt werden kann. Manchmal aber muss die Intensität der Behandlung ein wenig zurückgenommen werden, um den Patienten nicht über Gebühr zu belasten oder sogar zu gefährden, sondern ihm vielmehr trotz Krebs und Krebsbehandlung ein Leben mit guter Lebensqualität zu sichern.
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