Peniskarzinom – den Tumor aus der Tabuzone holen - Es fehlen noch einheitliche Behandlungsschemata
In Deutschland erkranken pro Jahr schätzungsweise 600 Männer an einem Peniskarzinom. Genaue Zahlen fehlen jedoch. Das liegt unter anderem daran, dass die Erkrankung noch mit Tabus behaftet ist. Doch Unwissenheit und schamhaftes Schweigen führen dazu, dass das Peniskarzinom oft erst in fortgeschrittenem Stadium diagnostiziert wird. Dann ist meist keine völlige Heilung mehr möglich und es drohen verstümmelnde Operationen wie eine Teilamputation oder Amputation des erkrankten Organs.
Da die Erkrankung so selten ist, gibt es bislang auch keine einheitlichen, unumstrittenen Behandlungsschemata. Mit intensiver Aufklärung und der Einrichtung eines bundesweiten Peniskarzinomregisters will die Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU) dies ändern. Die Gesellschaft hat im Internet hierzu eine Webseite (www.urologie.uni-rostock.de/peniskarzinom/peniskarzi-
nom.htm) eingerichtet, auf der sich Patienten mit Peniskarzinom über die Erkrankung informieren und zudem registrieren lassen können. Ziel dieses Registers ist es, alle wichtigen Daten über Diagnostik und Therapie bei möglichst vielen Patienten zu sammeln, um daraus Rückschlüsse auf die Erfolgsaussichten der unterschiedlichen Behandlungsstrategien zu ziehen. Aus diesem Grund werden die Daten deutschlandweit zentral an einer Stelle gesammelt.
Das Peniskarzinom-Register wird federführend von der Urologischen Klinik und Poliklinik der Medizinischen Universitätsklinik Rostock in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft geleitet.
„Wenngleich die Ursachen noch weitgehend unerforscht sind, gibt es bekannte
Risikofaktoren, die wir allen Männern bewusst machen möchten“, erklärt dazu Professor Dr. Oliver Hakenberg von der urologischen Universitätsklinik Rostock. So tritt die Erkrankung häufiger bei Männern auf, die unter einer Vorhautverengung (Phimose) leiden. Diese verhindert das komplette Zurückschieben der Vorhaut und erschwert die Genitalhygiene, so dass chronische Entzündungen entstehen können, die die Bildung von Tumoren begünstigen. Auch Infektionen mit dem sexuell übertragbaren Humanen Papilloma-Virus (HPV) und Genitalwarzen sind mit Peniskrebs assoziiert. Darüber hinaus gelten ultraviolette Strahlung und Tabakkonsum als Risikofaktoren.
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