15.02.12

Angiogenese

Der Begriff Angiogenese leitet sich von den griechischen Worten Angio für Gefäß und Genese für Neubildung ab und steht somit für die Bildung neuer Blutgefäße im Körper. Das spielt bei Tumoren eine wichtige Rolle: Wenn ein Tumor entsteht, hat er zunächst noch keine eigenen Blutgefäße und kann nur bis zu einer Größe von ein bis zwei Millimetern heranwachsen. Für das weitere Wachstum braucht er Blutgefäße, um sich mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen zu können.

Auch die Bildung von Metastasen ist ohne Blutgefäße in der Umgebung so gut wie nicht möglich, da Tumorzellen in umliegende Blutgefäße einbrechen müssen. Erst dann können sie in entfernte Körperregionen transportiert werden und dort Metastasen bilden. 
Bösartige Tumore können daher durch die Bildung bestimmter Wachstumssignale den Körper dazu  veranlassen, neue Blutgefäße zu bilden. Die Angiogenese ist somit eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Tumore ungehindert wachsen können. Diese Erkenntnis macht man sich bei der modernen Krebstherapie zunutze. So wurden gezielt Arzneimittel entwickelt, die die Ausbildung der Blutgefäße verhindern. Die Mediziner sprechen von einem Angiogenesehemmer, also einem Hemmstoff der Gefäßneubildung. Es handelt sich um einen speziellen Antikörper, der sich an die von den Tumorzellen gebildeten Wachstumssignale bindet, diese abfängt und so verhindert, dass das Signal zur Ausbildung von Blutgefäßen zur Versorgung der Tumorzellen führt.               

 

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