01.04.08

Beim Hodgkin-Lymphom gibt es weitere Fortschritte

Dank der enormen medizinischen Fortschritte liegen die Heilungsraten beim Hodgkin-Lymphom je nach Tumorstadium bei 70 bis 98 Prozent. Schon lange wird deshalb versucht, die Behandlung dem Krankheitsrisiko anzupassen. Dabei sollen die Patienten aggressiv behandelt werden, deren Heilungschancen eher an der unteren Grenze liegen, und bei denjenigen mit guten Heilungschancen soll schonender vorgegangen werden. „Durch eine solche, so genannte risikoadaptierte Behandlung können wir Patienten mit guter Prognose unnötig aggressive Therapien und damit auch unnötige Nebenwirkungen ersparen“, erklärte Professor Dr. Volker Diehl, Köln, beim 7. Hodgkin-Weltkongress.

Wie beim Kongress deutlich wurde, haben die Hodgkin-Experten inzwischen eine weitere Strategie entwickelt, um die Behandlung möglichst effektiv und zugleich risikoarm zu gestalten: Nach zwei Zyklen einer Chemotherapie kann durch eine spezielle Untersuchung, die Positronenemissionstomographie (PET), geprüft werden, ob die Tumorzellen zurückgehen, der Patient also auf die Behandlung anspricht. 

Ist das der Fall, so kann weniger aggressiv vorgegangen oder die Behandlung zunächst einmal ganz ausgesetzt werden. Denn die Hämatologen wissen, dass die Heilungschancen des Patienten besonders gut sind, wenn der Tumor rasch zurückgeht. Die neue Strategie, die aber noch nicht allgemeiner Standard ist, richtet sich direkt nach der Tumorantwort auf die Chemotherapie, sie ist „response-modifiziert“, wie die Hämatologen dies nennen. Dazu Professor Diehl: „Wir sind mit diesem Konzept auf einen guten Weg, beim Hodgkin-Lymphom quasi eine maßgeschneiderte Behandlung zu etablieren.“     

Non-Hodgkin-Lymphom
Vom Hodgkin-Lymphom, das durch eine spezielle Tumorzelle charakterisiert ist, abzugrenzen ist das Non-Hodgkin-Lymphom (NHL). Es macht etwa 90 Prozent der Lymphome aus, wobei verschiedene Unterformen der Erkrankung vorliegen können. Das NHL tritt üblicherweise in einem deutlich höheren Lebensalter auf als das Hodgkin-Lymphom und unterscheidet sich von diesem auch durch die Art der bösartigen Zellen des lymphatischen Systems.

Auch beim Non-Hodgkin-Lymphom hat es in jüngster Zeit erhebliche Fortschritte bei der Behandlung gegeben und die Heilungschancen sind zunehmend besser geworden. Zu verdanken ist dies vor allem der Einführung des Antikörpers Rituximab. Dieser spürt spezielle Zellen des Immunsystems, die B-Zellen, auf, die beim NHL ein besonderes Merkmal, das Antigen CD20, auf ihrer Oberfläche tragen. An diese Zellen heftet sich Rituximab und markiert sie damit für einen Angriff des Immunsystems. 

Der Antikörper Rituximab gilt als ausgesprochen gut verträglich und wird zusammen mit der üblichen Chemotherapie gegeben. Er hat die Lebenszeit der Patienten bei verschiedenen Formen des Non-Hodgkin-Lymphoms erheblich gesteigert und sogar echte Heilungschancen etabliert. 

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