01.04.08

Krebs der Bauchspeicheldrüse – kein seltener Tumor

Diagnose wird leider oft erst spät gestellt. Nach vorsichtiger Schätzung erkranken jährlich in Deutschland mehr als 12.500 Menschen an einem Krebs der Bauchspeicheldrüse. Das so genannte Pankreaskarzinom, wie der Mediziner die Erkrankung nennt, ist damit keineswegs ein seltener Tumor, wie oft gesagt wird. Immerhin macht er rund drei Prozent aller Krebserkrankungen aus. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen. Allerdings erkranken die Frauen meist etwas später, bei ihnen liegt das mittlere Alter bei Diagnosestellung bei 76 Jahren gegenüber 68 Jahren bei den Männern.

Die Crux beim Pankreaskarzinom ist die leider oft erst späte Diagnosestellung. Denn ein Krebs der Bauchspeicheldrüse macht oft lange Zeit keine Beschwerden. Das erklärt, warum er bei 90 Prozent der Betroffenen erst entdeckt wird, wenn der Tumor so groß geworden ist, dass die Bauchspeicheldrüse nicht mehr ausreichend Verdauungsenzyme bilden kann, diese nicht mehr richtig in den Darm abfließen können oder aber wenn der Krebs bereits auf andere Organe wie Magen oder Darm übergegangen ist. Dann treten Symptome auf wie ein ungewollter Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen. 

Auch Schmerzen im Oberbauch, die in den Rücken ausstrahlen, eine Gelbsucht sowie ein auffallend heller Stuhl und dunkler Urin oder anhaltendes Hautjucken sollten hellhörig machen. Die Veränderungen können ein Zeichen dafür sein, dass ein Tumor auf den Gallengang drückt und den Abfluss der Gallenflüssigkeit in den Darm behindert. Ebenso muss ein ohne erkennbaren Grund auftretender Diabetes als Warnsignal für einen Bauchspeicheldrüsenkrebs verstanden werden.

Die Behandlungschancen des Pankreaskarzinoms sind umso besser, je früher der Tumor erkannt wird. Als Therapieoption sind die Operation, eine Chemotherapie sowie eine Strahlenbehandlung zu erwägen, wobei jedoch nur rund ein Fünftel der Tumore operabel ist. 

Konkret bedeutet das leider auch, dass nur bei einem Fünftel der Patienten überhaupt die Chance auf eine definitive Heilung der Erkrankung besteht. Bei allen anderen ist der Krebs bereits so weit fortgeschritten, dass es primär darum geht, das Leben der Betroffenen bei möglichst guter Lebensqualität möglichst lange zu erhalten. 

Das gelingt mit einer Chemotherapie. Zusätzlich gibt es die neue Option der zielgerichteten Behandlung mit dem Wirkstoff Erlotinib, der einen Wachstumsfaktor-Rezeptor hemmt und so das weitere Tumorwachstum verhindert. Kombiniert mit der üblichen Chemotherapie führt dies zu einer deutlichen Verlängerung der Lebenszeit der Patienten, wie Studien zeigen. Erlotinib wird einmal täglich als Tablette eingenommen. 

Der Wirkstoff ist gut verträglich. Eine der häufigsten Nebenwirkungen, die unter der Einnahme auftreten können, ist jedoch ein Hautausschlag, den die Ärzte als Rash bezeichnen. Er hängt direkt mit der Wirkung des Medikamentes zusammen, ist gut zu behandeln und für die betroffenen Patienten eigentlich ein gutes Zeichen: Denn so lästig der Rash auch sein mag, er zeigt an, dass das Medikament greift und gut wirkt. Denn die vorliegenden Studien dokumentieren auch, dass diejenigen Patienten am meisten von der Behandlung profitieren, bei denen diese Nebenwirkung an der Haut auftritt.

Kalender

Baden-Württemberg

08.05.2012

Reha Angebot für Langzeit-Transplantierte in Freiburg

weiterlesen

Bayern

21.05.2012

Arzt-Sprechstunde zum Thema Krebs

weiterlesen

Sachsen-Anhalt

23.05.2012

Beratung für Krebsbetroffene in Bernburg

weiterlesen

Sachsen-Anhalt

24.05.2012

Beratung für Krebsbetroffene in Dessau-Roßlau

weiterlesen

Veranstaltungen nach Bundesländern sortiert

Bestens versorgt

sind Krebspatienten in zertifizierten Behandlungszentren.

Hilfestellungen

Patientenrechte

In enger Zusammenarbeit mit Fachanwälten, die auf sozial- und medizinrechtliche Fragestellungen spezialisiert sind, entsteht diese Serie. Sie gibt Hilfestellung im sozialmedizinischen Umfeld und beantwortet auch Ihre Fragen. mehr

Büchertipps

Welche Bücher aus dem vielfältigen Angebot sind lesenswert? Die Bücher- und Lesetipps werden unter inhaltlichen Aspekten der aktuellen Ausgabe dieser Zeitung und qualitativen Kriterien für die Leserschaft ausgewählt. mehr

Kosmetik- und Pflegetipps

Was bei der Hautpflege zu beachten ist, warum eine gute Hautpflege das A & O ist und wie sich Hautveränderungen sowie Folgen der Krebsbehandlung kaschieren lassen, erfahren Sie in Artikeln dieser Serie. mehr

Rezepttipps

Was können, dürfen oder mögen Krebspatienten essen und trinken? Auf diese Frage möchte die Zeitung Lebenswege einige einfache, kochbare und schmeckende Tipps geben. mehr

Sport und Bewegung bei Krebs

Regelmäßiger Sport kann nicht nur einer Krebserkrankung vorbeugen, sondern auch dazu beitragen, dass Menschen mit Krebs schneller genesen und weniger unter Begleiterscheinungen der Erkrankung und ihrer Behandlung leiden. mehr

Medizinerdeutsch von A bis Z

Ärzte sprechen häufig eine eigene Sprache und nicht immer haben sie Zeit, die Fachbegriffe zu übersetzen. Diese Rubrik soll zu etwas mehr Orientierung und Verständnis in der Medizinersprache beitragen. mehr

Tumorarten von A bis Z

Um Ihnen schnell Informationen zu Krebsarten zu bieten, können Sie in dieser Rubrik nach dem Alphabet Ihre gewünschten Informationen suchen. mehr