Lungenkrebs – Neue Möglichkeiten durch molekulare gezielte Therapie

In den vergangenen Jahren ist Bewegung in die Behandlung beim Lungenkrebs gekommen. Das ist vor allem den neuen Möglichkeiten der molekularen zielgerichteten Therapie zu verdanken. Gleich zwei Wirkstoffe wurden in diesem Bereich in jüngster Zeit speziell zur Therapie des Lungenkarzinoms zugelassen und erweitern nun neben Operation, Chemotherapie und Strahlenbehandlung die Möglichkeiten, gegen den Tumor in der Lunge vorzugehen.
Es handelt sich zum einen um den Wirkstoff Erlotinib, eine Substanz, die den Wachstumsfaktor-Rezeptor HER1/EGFR in den Tumorzellen blockiert und damit Signale, die das Tumorwachstum antreiben, unterbindet. Studien belegen, dass Erlotinib, das als Tablette eingenommen wird, beim fortgeschrittenen Tumor Überlebensvorteile vermittelt und außerdem Symptome wie Husten und Atemnot verbessert.
Eine weitere Neuerung stellt der Wirkstoff Bevacizumab dar, der sich bei anderen Tumoren bereits bewährt hat. Er wurde nun auch zur Behandlung beim inoperablen fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkrebs zugelassen. Bei Bevacizumab handelt es sich um einen Antikörper, der die Gefäßneubildung, die vom Tumor angestoßen wird, damit dieser mehr Sauerstoff und Nährstoffe erhält, hemmt. Dadurch wird die Versorgung des Tumors beeinträchtigt, er verhungert regelrecht und wird zumindest am weiteren Wachstum gehindert. „Die beiden Wirkprinzipien haben die Behandlung des Lungenkarzinoms entscheidend erweitert“, so der Kommentar von Dr. Wilfried Eberhardt aus Essen.
Aktuell werden nach seinen Angaben derzeit noch weitere Medikamente aus dem Bereich der molekularen, zielgerichteten Therapie beim Lungenkrebs getestet, so dass auch für die Zukunft auf weitere Fortschritte zu hoffen ist.
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