Brustkrebs ist kein Notfall: Behandlung oft weniger belastend als angenommen
Obwohl die Heilungschancen beim Brustkrebs in den vergangenen Jahren stetig besser geworden sind, bleibt die Diagnose „Mammakarzinom“ doch für die meisten Betroffenen wie „ein gelebter Alptraum“. So fasste Franziska Rubin, Moderatorin der MDR-Sendung „Hauptsache gesund“, bei einer Podiumsdiskussion beim Deutschen Krebskongress die Situation von Frauen mit Brustkrebs zusammen.
Vor allem die erste Zeit nach der Diagnose ist mit großen Ängsten behaftet: Werde ich die Erkrankung überleben? Wer kann mir am besten helfen? Wie werde ich die Chemotherapie durchstehen? Wird noch eine Bestrahlung nötig sein? Wie soll ich das alles schaffen? Sorgen, die die meisten Frauen in dieser Situation quälen.
Befragt man sie nach erfolgreich abgeschlossener Behandlung, so geben viele jedoch an, die Therapie sei deutlich weniger belastend gewesen als zuvor befürchtet, berichtete die Aachener Psychologin Dr. Andrea Petermann-Meyer.
Das liegt nicht zuletzt an den verbesserten Behandlungsmethoden. Denn die Krebsmediziner haben gelernt, die Tumorzellen genau zu klassifizieren, molekulare Veränderungen aufzuspüren und den Frauen eine entsprechend maßgeschneiderte Behandlung anzubieten. So tragen die Krebszellen bei vielen Frauen spezielle Merkmale, das so genannte HER2-Antigen, auf der Zelloberfläche. Doch es gibt Antikörper wie das Trastuzumab, die sich gezielt gegen das HER2-Antigen richten und die Tumorzellen eliminieren.
Eine neue Option bei der Behandlung des Mammakarzinoms ist es, Wachstumssignale abzufangen, mit denen der Tumor die Bildung von Blutgefäßen anregt, um so seine Versorgung und sein Wachstum zu sichern. Bevacizumab, so heißt der Wirkstoff, der dem Krebs bei dieser Strategie ein Schnippchen schlägt. Der Antikörper hat sich beim Darmkrebs schon länger etabliert, wird inzwischen auch bei anderen Tumoren eingesetzt und wurde kürzlich beim Brustkrebs zugelassen. Er ist das jüngste Beispiel dafür, dass sich die Therapiemöglichkeiten des Mammakarzinoms hinsichtlich der Wirksamkeit und auch hinsichtlich der Verträglichkeit kontinuierlich weiter verbessern.
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