01.10.08

Brustkrebs – die Therapie macht weiter Fortschritte: Neue Daten beim weltweit größten Krebskongress

Brustkrebs – die Therapie macht weiter Fortschritte

Brustkrebs – die Therapie macht weiter Fortschritte

Professor Dr. Nadia Harbeck

Professor Dr. Nadia Harbeck

Fortschritte vollziehen sich in der Medizin selten in großen, sondern fast immer in kleinen Schritten. So ist es auch beim Brustkrebs. Das zeigen neue Studiendaten, die beim weltweit größten Krebskongress, dem ASCO, in Chicago vorgestellt wurden.

Dort wurden den anwesenden Krebsexperten erstmals Daten der so genannten AVADO-Studie präsentiert. In dieser Studie wurden Frauen mit fortgeschrittener Brustkrebserkrankung, deren Krebszellen aber nicht den Marker HER2 an ihrer Oberfläche tragen, mit dem Wirkstoff Bevacizumab behandelt. Dieser verhindert, dass die Tumorzellen die Bildung neuer Blutgefäße im Körper veranlassen, über die sich der Tumor dann mit Nährstoffen versorgt. Das aber ist notwendig, damit er wachsen kann. Wird die Gefäßbildung gestoppt, so wird das weitere Tumorwachstum aufgehalten – eine Erkenntnis, die auch bei der Behandlung anderer Krebsformen wie dem Darmkrebs und dem Lungenkrebs bereits erfolgreich genutzt wird.

„Wir haben beim Brustkrebs gesehen, dass sich die Zeitspanne ohne Fortschreiten der Krebserkrankung verdoppeln lässt, wenn die Frauen neben der üblichen Chemotherapie auch Bevacizumab erhalten“, erläutert Professor Dr. Nadia Harbeck aus München die neuen Studiendaten.

Die Krebsexpertin macht gleichzeitig darauf aufmerksam, dass die Behandlung keinesfalls die Lebensqualität der Frauen, die in aller Regel in einem guten Allgemeinzustand sind, schmälert. Im Gegenteil, es gibt sogar Beobachtungen, dass sich die Frauen unter dem Hemmstoff der Gefäßneubildung (Angiogenesehemmer), der bereits seit einem Jahr zur Behandlung von Brustkrebs zugelassen ist, sogar deutlich besser fühlen.

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