Vom Krebs geheilt - aber doch nicht gesund? Mögliche Spätfolgen der Krebstherapie oft noch unklar

Die Heilungschancen haben sich bei vielen Krebserkrankungen verbessert und liegen zum Teil sogar schon bei 80 bis 90 Prozent. Doch so mancher Patient steht nach dem ersehnten Urteil „geheilt“ vor neuen Problemen: Wie wird es weitergehen? Wird der Krebs zurückkehren? Oder wird sich ein anderer Tumor entwickeln? Gibt es Spätfolgen der Krebsbehandlung? Das alles sind Fragen, die die Patienten noch lange nach Therapieabschluss beschäftigen.
„Pauschal lassen sich diese Fragen nicht beantworten“, sagt Dr. Gabriele Calaminus. In jedem Einzelfall muss nach ihren Worten geprüft werden, wie aggressiv die Krebstherapie war und wie hoch die Gefahr eines Krankheitsrezidivs, also des späteren erneuten Auftretens der Krebserkrankung, ist. Vergleichsweise hoch ist zum Beispiel das Risiko für einen späteren Brustkrebs, wenn Mädchen oder junge Frauen wegen eines Lymphknotenkrebses eine Bestrahlung im Brustbereich erhalten. Bei anderen bösartigen Erkrankungen können sich Zweiterkrankungen in anderen Organbereichen entwickeln. „Wir wissen zum Beispiel, dass Kinder, die an einer Leukämie erkrankt waren und eine Schädelbestrahlung erhalten haben, ein erhöhtes Risiko haben, später einen Hirntumor zu entwickeln“, sagt die Münsteraner Medizinerin. Dank der hohen Heilungsraten bei Leukämien und Hirntumoren im Kindesalter weiß man nach ihren Worten über Spätfolgen bei Kindern und Jugendlichen generell ganz gut Bescheid. Klar ist zum Beispiel, dass Kinder nach einer aggressiven Krebsbehandlung in ihrem Größenwachstum beeinträchtigt sein können, dass oft die Pubertät verzögert verläuft und dass Einbußen bei der Fruchtbarkeit bestehen können. Bislang weiß man aber wenig über die Langzeitfolgen der Krebserkrankung und ihrer Behandlung im Erwachsenenalter.
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