Bald gibt’s auch Lungenkrebszentren

Spezialisierte Kliniken sind im Aufbau: Patienten mit Lungenkrebs können sich wahrscheinlich künftig in spezialisierten Lungenkrebszentren behandeln lassen. Analog dem Vorbild bei Brust-, Prostata- und Darmkrebszentren sollen auch für den Lungenkrebs entsprechende Kliniken etabliert werden, die viele betroffene Patienten behandeln und damit über ein spezielles Know-how verfügen. Das hat die Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie bekannt gegeben.
„Die Zentren sind notwendig, um die Überlebenschancen der Patienten zu erhöhen“, sagte dazu Dr. Albert Linder als Präsident der Gesellschaft. Wird der Lungenkrebs im frühen Stadium entdeckt und per Operation und Chemotherapie optimal behandelt, so sind 5-Jahres-Überlebenschancen von 80 Prozent realistisch.
„Die Therapie ist beim Lungenkrebs aber meist sehr komplex“, so der Mediziner. „Da die Komplikationsrate mit zunehmender Anzahl der Operationen in einer Klinik sinkt, benötigen die Patienten eine Klinik mit umfangreicher Erfahrung.“
Allerdings gibt es auch günstige Nachrichten: So haben aktuelle Studien, die beim amerikanischen Krebskongress ASCO in Chicago vorgestellt wurden, gezeigt, dass sich im fortgeschrittenen Stadium die Lebenszeit der Patienten ohne Fortschreiten der Erkrankung und auch die allgemeine Lebenserwartung steigern lässt, wenn diese den Wirkstoff Erlotinib zusätzlich zur Chemotherapie erhalten.
Die Lebenserwartung von Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs lässt sich außerdem verlängern, wenn der Tumor von der Blutversorgung abgeschnitten, also regelrecht ausgehungert“ wird. Möglich ist dies durch die Behandlung mit dem Wirkstoff Bevacizumab, der die Neubildung von Blutgefäßen, über die der Krebs seine Versorgung sichert, hemmt. Der Wirkstoff hat sich bereits bei anderen Krebsarten wie zum Beispiel dem Darmkrebs und dem Brustkrebs bewährt und ist seit dem vergangenen Jahr auch zugelassen zur Behandlung von Menschen mit fortgeschrittenem Lungenkrebs.
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