Die eigene Sprachlosigkeit überwinden


Doris Christiane Schmitt
Oft kommt es vor, dass auch nach dem Gespräch mit dem Arzt noch so manche Frage ansteht – sei es, dass man als Patient in der Situation ein wenig aufgeregt war, sei es, dass man die Frage einfach zu stellen vergessen oder die Antwort nicht richtig verstanden hat. „Deshalb sollte man Gespräche mit dem Arzt unbedingt gut vorbereiten.“, rät Kommunikationstrainerin Doris Christiane Schmitt aus Randolfzell.
Was es bedeutet, an Krebs erkrankt zu sein und mit welcher Sprachlosigkeit man als Patient in dieser Situation zu kämpfen hat, weiß Frau Schmitt aus eigener Erfahrung. Sie erkrankte 1999 an Brustkrebs und leitete anschließend lange Zeit die Selbsthilfeorganisation „mamazone“.
Doch es ist nach ihrer Erfahrung nicht nur die Sprachlosigkeit, die das Gespräch mit dem Arzt hemmt: Gerade Krebspatienten fühlen sich oft unsicher und ausgeliefert, wenn sie dem Arzt gegenübersitzen. Sie sind durch die Diagnose aus der Bahn geworfen worden und haben ihre gewohnte Lebenssicherheit verloren. Sie grübeln, wissen nicht, was auf sie zukommt und werden von ungewohnten Ängsten um ihr Leben geplagt.
„Es ist schwierig, in einer solchen Situation selbstbewusst aufzutreten, seine Fragen zu stellen und seine Interessen durchzusetzen“, weiß Frau Schmitt, die deshalb spezielle Kommunikationsseminare für Krebspatienten entwickelt hat. Denn Arzt und Patient kommunizieren auf unterschiedlichen Ebenen und haben in Bezug auf die Erkrankung zwangsläufig eine ganz unterschiedliche Wahrnehmung und Betroffenheit. Doch diese automatisch auftretende Kluft lässt sich überwinden, was allerdings eine gewisse Bereitschaft hierfür und auch die Vorbereitung des Gesprächs von beiden Seiten und damit auch vom Patienten erfordert.
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