Nach der Operation kann die Brust meist wieder aufgebaut werden

Brust-Prothese frühzeitig planen! Generell ist ein Brustaufbau praktisch jederzeit möglich. Oft kann er schon während der Operation zur Tumorentfernung begonnen werden. Manchen Frauen ist es hingegen lieber, zunächst abzuwarten, bis die Operationswunden des ersten Eingriffs verheilt sind und erst drei bis sechs Monate nach der Tumorentfernung den Brustaufbau zu planen.
In der Übergangszeit können Büstenhalterprothesen getragen werden, entweder als weiche Watteprothese, die im BH-Körbchen befestigt wird oder als Dauerprothese, die aus einem gut verträglichen Kunststoff maßgefertigt wird.
Viele Frauen entscheiden sich aber früher oder später für ein Brustimplantat. Dabei wird eine Prothese unter die Haut eingepflanzt. Sie besteht aus einer Kunststoffhülle, die meist mit Silikon-Gel gefüllt ist. Es kann sein, dass dazu zunächst ein kleinerer Kunststoffbeutel in den Brustmuskel eingelegt werden muss. Dieser so genannte Expander wird nach und nach mit Kochsalzlösung gefüllt und sorgt dafür, dass die Haut gedehnt wird. Danach kann die eigentliche Prothese eingesetzt werden.
Das Einlegen des Expanders erübrigt sich, wenn bei der Tumorentfernung ein Hautmantel erhalten wurde, in den das Brustimplantat direkt eingepasst werden kann. Danach kann durch eine Hautverpflanzung die entfernte Brustwarze praktisch nachgebildet werden, wobei der Warzenhof per Tätowierung nachgeahmt wird.
Nicht wenige Frauen sehen die Implantation von Silikon-Prothesen allerdings mit Sorge, da es in der Vergangenheit immer wieder Berichte von zum Teil erheblichen Komplikationen mit den Implantaten gab. Nach Auskunft des Deutschen Krebsforschungszentrums sind die derzeit gebräuchlichen Brustimplantate aber als sicher zu betrachten. Sie bestehen nicht mehr aus Flüssigkeit, die im Falle einer Verletzung auslaufen könnte, sondern enthalten ein Silikon-Gel, das der Dichte von normalem Brustgewebe sehr ähnlich ist. Die Hüllmaterialien sind außerdem nach Angaben der Experten so stabil, dass sie auch zum Beispiel bei einem Auffahrunfall durch den Sicherheitsgurt nicht beschädigt werden.
Eine weitere Möglichkeit ist der Brustaufbau aus Eigengewebe. Dabei werden Muskelgewebe und Haut aus anderen Körperpartien entnommen. Mit ihrer Hilfe wird dann eine neue Brust aufgebaut. Dies ist mittels verschiedener operativer Verfahren möglich. Frauen, die eine solche Brustrekonstruktion planen, sollten sich darüber zuvor umfassend informieren, da der Eingriff deutlich aufwändiger und auch belastender ist als das Einpflanzen eines Silikon-Implantates.
Es ist ein Schock, wenn Frauen erfahren, dass aufgrund einer Krebserkrankung wahrscheinlich eine Brust wird amputiert werden müssen. Dabei geht es nicht nur um die Bedrohung durch den Krebs. Oft befürchten die betroffenen Frauen auch, wesentliche Teile ihrer Weiblichkeit und Attraktivität zu verlieren. Deshalb ist es ratsam, sich schon vor der Operation des Tumors zu informieren, welche Möglichkeiten der Brustrekonstruktion es gibt.
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