Erbliche Belastung – Wann ist ein Gentest auf Brustkrebs sinnvoll?

Bei fünf bis zehn Prozent der Frauen, die an Brustkrebs erkranken, liegt eine erbliche Belastung vor. Etwa ein Viertel der Fälle geht auf eine spezielle Mutation in einem der beiden Hauptrisikogene BRCA1 oder BRCA2 zurück. Eine solche Mutation steigert das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, um ein Vielfaches. Zwangsläufig erhebt sich damit die Frage, ob es sinnvoll ist, schon junge Mädchen aus entsprechend belasteten Familien auf eine solche Genveränderung zu testen.
Nicht selten möchten vor allem die betroffenen Frauen wissen, wie hoch das Risiko ihrer Tochter ist, ebenfalls an Brustkrebs zu erkranken, hieß es beim amerikanischen Krebskongress ASCO in Chicago. Dort wurde eine Erhebung vorgestellt, wonach mehr als 40 Prozent der Eltern bei familiärer Belastung einen Gentest bereits bei ihren noch minderjährigen Kindern befürworten. Zeige sich ein erhöhtes Krebsrisiko, so könne mehr auf Früherkennung und auf eine allgemein gesunde Lebensweise geachtet werden, so das Argument der Eltern.
Andererseits bedingt das Untersuchungsergebnis möglicherweise eine nicht unerhebliche seelische Belastung der Minderjährigen. Die Bundesärztekammer empfiehlt deshalb nur dann einen Gentest, wenn sich aus dem Ergebnis Konsequenzen zur Abwendung des potenziell nachzuweisenden Risikos ergeben. Beim Brustkrebs kann dies aber nur bedeuten, dass bei sehr hohem Erkrankungsrisiko vorsorglich die Brust der Frau amputiert werden müsste – ein Eingriff, der sich bei Minderjährigen generell verbietet und der auch bei der erwachsenen Frau eine umfassende Beratung durch den Arzt voraussetzt.
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