Lungenkrebs: Bald Medikamente zum Einatmen?

Ähnlich wie Medikamente gegen Asthma unter anderem inhaliert werden, so könnten möglicherweise bald auch Wirkstoffe gegen den Lungenkrebs eingeatmet werden.
An der Entwicklung eines solchen Ansatzes arbeiten Wissenschaftler in Saarbrücken und Stuttgart. Sie wollen mit den neuen Medikamenten das Enzym Telomerase in den Krebszellen hemmen. Dieses Enzym machen die Forscher für das unkontrollierte Wachstum maßgeblich verantwortlich.
Denn gesunde Zellen tragen am Ende der Chromosomen so genannte Telomere. Sie schützen die Erbsubstanz vor Schädigungen ähnlich wie Plastikhülsen am Ende des Schnürsenkels. Mit jeder Zellteilung verkürzen sich diese Telomere und es kommt zu Alterungsprozessen Die Telomere sorgen so praktisch wie eine biologische Uhr dafür, dass die Chromosomen irgendwann instabil werden und die alternde Zelle sich nicht mehr teilt. Diese Funktion ist in Krebszellen verloren gegangen. Denn dort ist ein Enzym überaktiv, die so genannte Telomerase, die die Telomere immer wieder verlängert. Dadurch können sich die Tumorzellen weiter teilen, der Tumor wächst unkontrolliert heran. Mit dem von der Deutschen Krebshilfe geförderten Forschungsprojekt wollen die Wissenschaftler diesen Prozess unterbinden. Sie wollen die übersteigerte Telomeraseaktivität abschalten und damit das Wachstum der bösartigen Zellen stoppen.
Das Medikament, das die Forscher entwickeln, soll dabei in feinste Tröpfchen vernebelt werden, so dass es von den Patienten ähnlich wie der Wirkstoff in einem Asthma-Spray inhaliert werden kann und so auf direktem Wege in die Lunge gelangt.
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