"Mein Leben mit der Diagnose Hirntumor"

Eine lesenswerte Geschichte – Er wurde mitten aus dem Leben heraus gerissen: Jung, am Anfang einer erfolgversprechenden Karriere stehend, gerade als Korrespondent für eine Schweizer Tageszeitung nach London umsiedelnd, ereilte Eric Baumann die Diagnose „Hirntumor“.
Es folgte die Operation, ohne dass eindeutig klar war, welcher Art der Tumor ist und was konkret die Diagnose für das weitere Leben des jungen Mannes bedeutet.
Wenige Wochen später erneut ein Schock: Der Tumor war ein Glioblastom. Damit schrumpfte die Lebenserwartung des damals 34-jährigen von noch vielen Jahren innerhalb von Sekunden auf wenige Monate zusammen.
Das alles ist inzwischen viereinhalb Jahre her. Eric Baumann hat der düsteren Prognose getrotzt. Er hat die Bestrahlungen und auch die Chemotherapie durch gestanden, sich mit Komplikationen wie Thrombose und epileptischen Anfällen gequält, und doch hat er auch das Leben genossen: Den Aufbau einer tiefen Beziehung zu seiner Freundin Alice, die er erst drei Monate kannte, als die plötzliche Diagnose sein Leben so grundlegend veränderte. Den Rückhalt durch seine Freunde und seine Familie, die für ihn da waren und ihm Kraft gaben. Der Zuspruch der Kollegen, die ihn nicht fallen gelassen haben. Das Reisen, das sein Hobby ist. Und die tiefe Freude an dem Gefühl, am Leben zu sein, die Eric Baumann seit der Diagnose Tag für Tag durchströmt. „Selbstverständlich gibt es Tage, in denen das Hoffen und Bangen, wie es wohl weiter geht, das Denken beherrscht“, sagt der junge Mann. Aber es gibt auch Tage mit Zuversicht. Denn Statistik ist eben nur Statistik und sagt über das Schicksal des einzelnen Patienten nur wenig aus.
Kraft hat der Journalist Baumann in den vergangenen Jahren, in denen er mit der Diagnose „Glioblastom“ gelebt hat, auch daraus geschöpft, seine Geschichte niederzuschreiben und anderen Menschen mitzuteilen, wie schwer Krankheitsbewältigung sein kann, wie klein und hilflos man sich als Patient oftmals fühlt, wenn man schwer erkrankt und auf eine hochtechnisierte Medizin angewiesen ist. Und wie intensiv das Leben schmeckt, wenn man den Mut und die Kraft findet, der Angst zu begegnen und den Kampf gegen die Erkrankung aufzunehmen. „Einen Sommer noch – Mein Leben mit der Diagnose Hirntumor“ – ein Buch, das Mut macht (Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach, 2008, 16,95 Euro).
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