ColoCare – große Studie zum Darmkrebs - Wie können Patienten selbst zu ihrer Gesundung beitragen?
Welche Vorteile hat es, wenn Darmkrebspatienten körperlich aktiv sind? Wie können sie allgemein ihre Heilungsaussichten verbessern? Ist es sinnvoll, Medikamente wie beispielsweise Acetylsalicylsäure einzunehmen, um das Rückfallrisiko zu senken? Zum Thema Darmkrebs und den Möglichkeiten, als Patient durch seinen Lebensstil Einfluss auf die Heilungschancen zu nehmen, sind derzeit noch viele Fragen offen. Sie zu beantworten, ist Ziel der internationalen Studie ColoCare, die in Deutschland federführend von Professor Dr. Cornelia Ulrich am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg geleitet wird.
Wie Frau Professor Ulrich anlässlich des Deutschen Krebskongresses in Berlin berichtete, handelt es sich bei ColoCare um eine großangelegte Erhebung (Kohorten-Studie), die im Jahre 2007 als Pilotprojekt in Seattle gestartet wurde und bei der nun ein internationales Konsortium rund 3.000 Darmkrebspatienten über fünf Jahre lang beobachtet. Die Patienten werden zum Zeitpunkt der Diagnosestellung und danach in regelmäßigen Abständen befragt und untersucht. Es geht darum zu eruieren, welchen Einfluss verschiedene Lebensstilfaktoren auf die Heilungsaussichten, die Lebenserwartung und die Lebensqualität der Betroffenen haben.
So wird zum Beispiel untersucht, ob so genannte nicht steroidale Entzündungshemmer wie die Acetylsalicylsäure (ASS) Auswirkungen auf die Erkrankung und ihren Verlauf haben. Denn es gibt Hinweise darauf, dass ASS das Auftreten von Darmpolypen, also von Krebsvorstufen, hemmt. Allerdings reagieren scheinbar nicht alle Menschen in dieser Hinsicht gleich und bei entsprechender genetischer Veranlagung kann die Einnahme des Wirkstoffs offenbar auch wirkungslos sein. Mit der ColoCare-Studie soll deshalb unter anderem die Frage geklärt werden, welche Patienten von solchen Medikamenten profitieren können.
Ähnliches gilt für das Vitamin Folsäure, das bei Menschen, die keine Krebsvorstufen im Körper haben, anscheinend schützende Effekte hat, die sich laut Professor Ulrich bei Krebspatienten aber möglicherweise ins Gegenteil umkehren. Deshalb soll in der Studie auch analysiert werden, welche Rolle Folsäure beim Fortschreiten einer Krebserkrankung spielt. Ein weiterer Schwerpunkt der Studie erforscht den Zusammenhang von körperlicher Aktivität mit dem Verlauf der Krebserkrankung. Geprüft wird insbesondere die Rolle des Bauchfettgewebes, das als Risikofaktor für Darmkrebs gilt. Die Wissenschaftler wollen eruieren, ob dies durch körperliche Aktivität kompensiert wird und ganz allgemein der Frage nachgehen, welchen Stellenwert das Körpergewicht und die körperliche Fitness für die Krebsprognose haben.
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