„Zweitmeinung“ lohnt sich - Gute Erfahrungen beim Hodenkrebs

Bei Krebserkrankungen setzt es sich zunehmend durch, eine „Zweitmeinung“ einzuholen. Dabei beurteilt vor Therapiebeginn ein zweiter Mediziner die individuelle Situation des Patienten. Dass sich das lohnt, zeigt eine aktuelle Erhebung bei mehr als 600 Patienten mit Hodenkrebs. Ihre Daten und Befunde wurden in einer Studie von Professor Dr. Mark Schrader vom Universitätsklinikum Charité in Berlin per Internet an speziell für diesen Tumor ausgewiesene Experten gesandt. Verbunden damit war die Bitte, den individuellen „Fall“ und die geplante Behandlung zu beurteilen.
Die Experten kamen in jedem dritten Fall dabei zu einer gegenüber dem erstbehandelnden Arzt abweichenden Beurteilung. Dabei war zum Teil bei der Chemotherapie eine höhere Medikamentendosierung notwendig, zum Teil aber konnte die Dosierung zurückgefahren werden.
„Es kann nicht jeder Arzt bei jeder Tumorart Experte sein“, sagt Professor Schrader. Deshalb mag es vor allem bei eher seltenen Krebserkrankungen für die Patienten ratsam sein, sich auch in einem Krebszentrum beraten zu lassen. „Das hat nichts mit Misstrauen dem behandelnden Arzt gegenüber zu tun“, betont Professor Schrader. „Die sogenannte Zweitmeinung bedeutet vielmehr auch für den behandelnden Arzt ein Plus an Sicherheit, dass die geplante Therapie richtig ist und dem Patienten die besten Heilungschancen sichert.“ Die überwiegende Mehrzahl der Ärzte steht deshalb, so Professor Schrader, dem Thema „Zweitmeinung“ offen gegenüber und unterstützt die Patienten dabei sogar. „Man braucht als Patient nicht zu fürchten, danach schlechter behandelt zu werden.“
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