Fragen rund um den Lungenkrebs - Telefonaktion mit zwei Experten
Jede Krebserkrankung wirft Fragen auf. Die speziellen Fragen von Patienten mit Lungenkrebs haben zwei Experten, Professor Dr. Christian Grohé von der Evangelischen Lungenklinik Berlin und Dr. Jens Kollmeier von der Lungenklinik Heckeshorn, HELIOS Klinikum Emil von Behring in Berlin, im Rahmen einer Telefonaktion beantwortet. Hier ein paar Beispiele von Fragen der Anrufer.
Bei mir wurde im September Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Der Tumor kann nicht operiert werden und nun erhalte ich eine Chemotherapie. Aber was kommt danach?
Dr. Grohé: Sollte der Tumor nach einer Chemotherapie wieder wachsen, so gibt es heutzutage moderne Medikamente, die das Wachstum der Krebszellen stoppen oder hemmen können. Sie werden als Tablette eingenommen. Ob diese Substanzen für Sie in Frage kommen, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen.
Vergangene Woche wurde bei mir Lungenkrebs festgestellt. Die Ärzte sagen, dass er schon so weit fortgeschritten ist, dass er nicht mehr operiert werden kann und auch nicht mehr heilbar ist. Wie sicher ist so eine Aussage und welche Behandlung steht mir bevor?
Dr. Kollmeier: Im Regelfall ist eine solche Aussage leider wahrscheinlich richtig. Falls Sie sich aber unsicher sind, besteht die Möglichkeit, sich bei einem anderen Krebsarzt noch eine zweite Meinung einzuholen. Denn die anfänglich richtige Festlegung des Tumorstadiums ist auch für die weitere Behandlung von entscheidender Bedeutung. Ist der Tumor nur auf die Lunge begrenzt, so kann er häufig noch operiert werden. Dann ist auch eine Heilung noch möglich. Falls der Krebs sich jedoch schon auf andere Organe ausgebreitet hat, sollte eine Chemotherapie gegeben werden – eventuell auch in Kombination mit einem so genannten Angiogenesehemmer. Diese Substanz hemmt das Wachstum von Blutgefäßen, die der Tumor zu seiner Ernährung benötigt.
Seit April dieses Jahres lebe ich mit der Diagnose Lungenkrebs. Ich war zu Anfang mehr als geschockt. Wie kann das mir als Nichtraucher passieren?
Dr. Grohé: Zwar ist in 90 Prozent aller Fälle das Rauchen die Ursache von Lungenkrebs, aber es kann auch andere Ursachen geben. So kann zum Beispiel auch das Einatmen von Schadstoffen wie Asbest oder eine erhöhte Exposition mit dem Edelgas Radon die Entwicklung von Lungenkrebs begünstigen.
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