Lymphome: Heilungserfolge durch Antikörper - Fortschritt beim aggressiven Non-Hodgkin-Lymphom

Bei der Behandlung verschiedener Krebserkrankungen des Lymphsystems hat es in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte gegeben. Dazu gehört auch das so genannte diffus-großzellige Lymphom, berichtete Professor Dr. Martin Bentz aus Karlsruhe beim diesjährigen Patientenkongress der Deutschen Leukämie und Lymphomhilfe e. V. (DLH). Das diffus-grosszellige Lymphom ist laut Professor Bentz die häufigste Unterform der so genannten „aggressiven Non-Hodgkin Lymphome“. Typische Symptome der Erkrankung sind tastbare Lymphknotenvergrößerungen.
Außerdem können Schmerzen, Fieber, Nachtschweiß oder ein Gewichtsverlust auftreten.
Um eine genaue Diagnose stellen zu können, ist meist die operative Entfernung des Lymphknotens oder eine Biopsie des vom Tumor befallenen Organs erforderlich. „Die entnommene Gewebeprobe wird dann vom Pathologen feingeweblich untersucht“, erläuterte der Mediziner bei dem Kongress, der in diesem Jahr in Karlsruhe- Ettlingen stattgefunden hat.
Nach der Sicherung der Diagnose erfolgen die so genannten „Staging“-Untersuchungen, mit denen die Ausbreitung der Erkrankung bestimmt wird. Hierzu gehören die körperliche Untersuchung (Abtasten der Lymphknotenstationen), das Erheben wichtiger Laborwerte (zum Beispiel der so genannte LDH-Wert, der Hinweiseauf den weiteren Verlauf der Erkrankung gibt) und bildgebende Methoden wie Ultraschall und Computertomografien von Brustkorb und Bauchraum. Auch eine Untersuchung des Knochenmarks ist meist erforderlich.
Als zentrale Säule der Behandlung bezeichnete Professor Bentz nach wie vor die Chemotherapie mit dem „CHOP-Protokoll“, wobei die Substanzen Cyclophosphamid, Adriamycin, Vincristin und ein Kortisonpräparat verabreicht werden. Eine deutliche Verbesserung der Heilungsraten hat sich dabeidurch die Kombination dieses Behandlungsregimes mit dem Antikörper Rituximab ergeben. „Die Behandlung wird aber trotz besserer Heilungschancen nicht nebenwirkungsreicher“, sagte der Krebsmediziner. Dies ist dadurch erklärbar, dass sich der Antikörper gezielt gegen Eiweißmoleküle auf der Oberfläche der Lymphomzellen richtet. Durch Kontakt des Antikörpers mit diesen Eiweißmolekülen, die nur auf den Lymphomzellen, nicht aber auf gesunden Zellen vorkommen, werden die bösartigen Zellen dann abgetötet.
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