Schon während der OP bestrahlen? - Neue Option beim Brustkrebs

Bei der Strahlenbehandlung des Mammakarzinoms gibt es Neuerungen: So kann inzwischen in einigen Kliniken Deutschlands die Brust direkt nach der Entfernung des Tumors, also quasi noch während der Operation, bestrahlt werden. Studien belegen, dass durch diese intraoperative Strahlenbehandlung die Gefahr eines erneuten Auftretens des Tumors gesenkt und zudem die Behandlungsdauer nach der Operation verkürzt werden kann.
Praktiziert wird die intraoperative Strahlentherapie in anderen Ländern bereits seit rund zehn Jahren. In Deutschland wurde das Verfahren vor sieben Jahren am Universitätsklinikum Mannheim eingeführt. Nun wird es auch an der Medizinischen Hochschule Hannover etabliert. „Die intraoperative Strahlentherapie erweitert unser Behandlungsspektrum“, erklärt Professor Dr. Peter Hillemanns aus Hannover. „Die Behandlung kann dadurch flexibler auf die einzelnen Patientinnen abgestimmt werden“.
Die intraoperative Strahlentherapie erfolgt direkt im so genannten Tumorbett. Bestrahlt wird praktisch die Tumorhöhle von innen, wodurch trotz höherer Strahlendosis die umgebenden Gewebe wie die Lunge, das Herz und die gegenüberliegende Brust geschont werden können.
Die direkte Bestrahlung noch während der Operation kann möglicherweise vielen Frauen eine konventionelle Strahlenbehandlung mit mehreren Bestrahlungsterminen ersparen. Ob das neue Verfahren allerdings die herkömmliche Ganzbrustbestrahlung voll ersetzen kann, wird derzeit noch in wissenschaftlichen Studien geprüft.
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