29.10.10

Dem Darmkrebs Paroli bieten - Informationsveranstaltung „Durch dick & dünn – Leben mit Darmkrebs“

Sich verändernde Stuhlgewohnheiten mit einem Wechsel von Verstopfung und Durchfällen, ein bleistiftdünner Stuhlgang, Blut im Stuhl sowie anhaltende krampfartige Bauchschmerzen, Müdigkeit, eine ungewohnte Blässe, ein ungewollter Gewichtsverlust – das alles sind Symptome, mit denen sich ein Darmkrebs bemerkbar machen kann. Kommt es jedoch zu solchen Beschwerden, so ist der verursachende Tumor meist schon in einem fortgeschrittenen Stadium.

Leider wird der Darmkrebs bisher bei den meisten Patienten erst entdeckt, wenn die Erkrankung tatsächlich schon fortgeschritten ist und sich der Tumor mit einer alleinigen Operation nicht mehr völlig entfernen lässt. Das könnte sich künftig ändern, berichtete Professor Dr. Martin Krüger aus Bielefeld bei einer Informationsveranstaltung der Kampagne „Durch dick & dünn – Leben mit Darmkrebs“. Denn durch eine vorsorgliche Darmspiegelung, deren Kosten ab dem 55. Lebensjahr von den Krankenkassen übernommen werden, kann der Darmkrebs in vielen Fällen frühzeitig erkannt und dann direkt auch entfernt werden. 

 

Gelingt es nicht, den Darmkrebs frühzeitig zu fassen, so ist neben der Operation auch eine Chemotherapie und eventuell auch eine Strahlenbehandlung erforderlich, berichteten Experten bei der von Tagesschausprecher Jan Hofer moderierten Informationsveranstaltung. Bei der Chemotherapie erhalten die Patienten in regelmäßigen Abständen, den so genannten Zyklen, Zellgifte (Zytostatika). Diese können beim Darmkrebs als Infusion oder auch in Form von Tabletten eingenommen werden. Es besteht außerdem die Möglichkeit einer so genannten zielgerichteten Therapie. Dabei erhalten die Patienten Wirkstoffe wie Bevacizumab, das  gezielt die Bildung neuer Blutgefässe des Tumors und damit dessen Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen unterbindet. „So wird das weitere Tumorwachstum gehemmt“, berichtet Professor Krüger. 

 

Was es bedeutet, die Diagnose „Darmkrebs“ zu erhalten, welchen Belastungen die Betroffenen ausgesetzt sind, wurde in Bielefeld von den Experten erläutert und wirkungsvoll durch Einspielungen aus dem Film „Ein Tag wie jeder andere? Mein Weg mit Darmkrebs“ erläutert. Sehr eindrucksvoll wurde im Rahmen der Comedy-Einlage „Sprachlos im Wartezimmer“ außerdem dargestellt, wie unterschiedlich Männer und Frauen auf die Diagnose Krebs reagieren. „Während Frauen eher das Bedürfnis haben, über die Erkrankung und auch ihr emotionales Erleben zu sprechen, versuchen Männer meist, die Fakten der Erkrankung in den Vordergrund zu stellen“, berichtete die Psychologin Christine Scherb. „Wichtig ist vor allem, dass offene Worte gesucht und die Belastungen, die mit der Tumorerkrankung verbunden sind, thematisiert werden“, betonte sie in Bielefeld.

 

So wie dort, gab es in diesem Jahr unter dem Motto „Durch dick & dünn – Leben mit Darmkrebs“ verschiedene Informationsveranstaltungen, die sich insbesondere an Menschen mit Darmkrebs und ihre Angehörigen gerichtet haben. Die Kampagne wird fortgesetzt, die nächste Veranstaltung unter Moderation von Jan Hofer findet am 13. November 2010 in Halle/Saale statt. Weitere Informationen gibt es unter www.darmkrebszentrale.de.

 

Zitate

„Bei den meisten Betroffenen wird der Darmkrebs bislang erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt“

„Wichtig ist bei der Diagnose Darmkrebs, dass offene Worte gesucht werden“

Kalender

Baden-Württemberg

08.05.2012

Reha Angebot für Langzeit-Transplantierte in Freiburg

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Bayern

21.05.2012

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Sachsen-Anhalt

23.05.2012

Beratung für Krebsbetroffene in Bernburg

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Sachsen-Anhalt

24.05.2012

Beratung für Krebsbetroffene in Dessau-Roßlau

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Veranstaltungen nach Bundesländern sortiert

Bestens versorgt

sind Krebspatienten in zertifizierten Behandlungszentren.

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