Antikörper verbessert die Heilungschancen bei Brustkrebs - Prototyp der individualisierten Krebsbehandlung



Frauen mit einem so genannten HER2-positiven Brustkrebs hatten noch vor zehn Jahren innerhalb der gesamten Gruppe der Brustkrebspatienten vergleichsweise schlechte Heilungs- und Überlebenschancen. Das hat sich grundlegend geändert, als vor rund zehn Jahren der HER2-Antikörper verfügbar wurde. Es handelt sich um den ersten Wirkstoff, der bei einer bestimmten Gruppe von Frauen mit Brustkrebs angewandt wurde und damit um den Prototypen für das moderne Konzept der individualisierten Tumorbehandlung.
Das ist direkt durch den Wirkmechanismus der Substanz begründet. Diese richtet sich gezielt gegen bestimmte Eiweißstoffe, die HER2-Rezeptoren, auf der Oberfläche von Tumorzellen. Bei ca. 20 % aller Brustkrebspatientinnen ist die Anzahl der HER2-Rezeptoren auf der Oberfläche der Brustkrebszellen massiv erhöht, wodurch die Zellen mit Wachstumssignalen überflutet werden und unkontrolliert wachsen.
Der HER2-Antikörper hemmt die Übertragung von Wachstumssignalen und so auch die unkontrollierten Teilungen der Krebszellen. Zusätzlich aktiviert der Antikörper die körpereigene Abwehr, den Kampf gegen die Tumorzellen aufzunehmen. Beim frühen Brustkrebs wird die HER2-Antikörpertherapie ein Jahr lang durchgeführt, da in diesem Zeitraum nach der Operation besonders häufig Rückfälle auftreten. Beim fortgeschrittenen Brustkrebs sollte die Behandlung so lange durchgeführt werden, wie das Medikament eine positive Wirkung zeigt und das Krebswachstum gestoppt wird.
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