Aktion „Seite an Seite“ - Hilfe bei der Bewältigung von Brustkrebs
Die Diagnose „Brustkrebs“ trifft die betroffenen Frauen meist Mitte 60, also in einem Alter, in dem die Mehrheit von ihnen Partner und Kinder hat. Die Bewältigung der Brustkrebserkrankung stellt damit nicht nur für die betroffene Frau, sondern auch für ihr nahe-stehende Personen eine belastende Situation dar. Die Arbeitsgruppe um Dr. Tanja Zimmermann am Institut für Psychologie der Technischen Universität Braunschweig hat deshalb Anfang des Jahres das Projekt „Seite an Seite“ gestartet, das betroffenen Paaren bei der Bewältigung der Erkrankung helfen will. Die Wirksamkeit dieser Maßnahme soll in einer begleitenden Studie untersucht werden
Frauen mit Brustkrebs berichten häufig, sich in der Zeit der medizinischen Behandlungen, wie zum Beispiel der Chemo- oder Strahlentherapie, durch die regelmäßigen ärztlichen Kontakte relativ „sicher“ und auch durch ihren Partner gut unterstützt zu fühlen. Allerdings erklären viele Patientinnen, nach Abschluss der medizinischen Behandlung in ein „Loch“ gefallen zu sein. Die Rückkehr zur Normalität und Bewältigung des Alltags stellt für viele Paare eine große Herausforderung dar und kann zu massiven Schwierigkeiten in der Partnerschaft sowie zu emotionalen und psychischen Problemen führen.
Ein von der Wilhelm Sander-Stiftung gefördertes Projekt an der Universität Braunschweig, das im Januar angelaufen ist, unterstützt Paare genau zu diesem Zeitpunkt bei einer effektiven gemeinsamen Bewältigung der Situation. Die Braunschweiger Psychologen suchen dafür Paare, die innerhalb der letzten sechs Monate die medizinische Behandlung abgeschlossen haben, sich aber körperlich oder seelisch noch belastet fühlen.
Unter dem Motto „Seite an Seite“ bieten die Experten interessierten Paaren die Teilnahme an einer von zwei Trainingsmethoden: Die erste Trainings-Option gibt Hilfestellung im Umgang mit Krebs und regt zur partnerschaftlichen Unterstützung an. Die zweite Option beinhaltet ein bewährtes Entspannungstraining zum Stressabbau, das sich insbesondere in der psychoonkologischen Versorgung von Krebspatienten als wirksam erwiesen hat. Beide Programme umfassen vier kostenlose Sitzungen. Die Zuweisung zu den Optionen erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Die Ergebnisse des Projekts fließen in eine Studie ein. Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.seiteanseite.de.
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