Länger tumorfrei leben - Fortschritte bei Leukämien und Lymphomen

Menschen mit einem Non-Hodgkin-Lymphom und speziell solche mit einem follikulären Lymphom wie auch Menschen mit einer chronisch lymphatischen Leukämie (CLL) dürfen auf erhebliche Behandlungsfortschritte hoffen. Sie können wahrscheinlich deutlich länger tumorfrei leben als es früher möglich war. Es zeichnet sich außerdem bei diesen vom Lymphsystem ausgehenden Krebserkrankungen für die Zukunft eine stürmische Entwicklung ab. Die Situation ist ähnlich wie vor einigen Jahren beim Morbus Hodgkin, bei dem inzwischen Heilungsraten von bis zu 90 Prozent erzielt werden. Das wurde bei der 52. Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Hämatologie (ASH) in Orlando deutlich.
Basis der Fortschritte ist eine Weiterentwicklung der Behandlungsprotokolle von der reinen Chemotherapie zur Immunchemotherapie. Konkret erhalten die Patienten dabei neben der Chemotherapie, die bislang bei der jeweiligen Erkrankung als Standard galt, zusätzlich einen Antikörper, der gegen die Tumorzellen gerichtet ist. Das führt bei vielen Patienten mit follikulärem Lymphom und auch solchen mit einer CLL dazu, dass sie ohne erkennbare Tumorerkrankung leben können. Es kommt erst deutlich später als ohne Antikörpertherapie zu einem Wiederauftreten der Erkrankung und zur Notwendigkeit, erneut zu behandeln.
In der tumorfreien Zeit wurde dabei bislang kein Medikament verabreicht, sondern abgewartet, ob und wann die Erkrankung sich erneut zeigt. Beim follikulären Lymphom gibt es nun jedoch klare Studienergebnisse, die für eine andere Strategie sprechen: Es scheint demnach günstiger zu sein, wenn der Antikörper nach dem Zurückdrängen der Erkrankung noch weiter gegeben wird. Das beeinträchtigt die Patienten in ihrer Lebensführung offenbar nicht, hat aber zur Folge, dass die tumorfreie Zeit deutlich weiter ausgedehnt wird.
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