Lungenkrebs – Fortschritt mit vielen kleinen Schritten

Spektakuläre Behandlungserfolge sind beim Lungenkrebs bislang leider ausgeblieben. Aber es hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten Fortschritte in Form vieler kleiner Schritte gegeben. „Unsere Behandlungsmöglichkeiten haben sich erweitert und erheblich verbessert“, eklärte Dr. Ulrich Gatzemeier, ehemaliger Chefarzt der pneumologisch-onkologischen Abteilung am Krankenhaus Großhansdorf bei der 50. Veranstaltung „Der zweite Atem – Leben mit Lungenkrebs“ in Hamburg.
Vor 30 Jahren konnte nach seinen Worten nur rund ein Drittel der Patienten operiert werden und dadurch auf Heilung hoffen. „Für die übrigen Patienten hatten wir kaum eine Therapiemöglichkeit“, so Dr. Gatzemeier. Auch heutzutage wird Lungenkrebs oft erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt und lässt sich nur bei etwa 30 Prozent der Patienten operativ entfernen. „Wir können aber nahezu allen anderen Patienten ebenfalls effektive Behandlungsoptionen anbieten – von der Strahlentherapie über die Chemotherapie bis hin zu den Möglichkeiten der sogenannten zielgerichteten Therapie“, sagte der Lungenkrebs-Spezialist.
Bei allen Verfahren hat es nach seinen Worten erhebliche Verbesserungen gegeben und die so genannte zielgerichtete Therapie ist eine wesentliche Bereicherung des Behandlungsarsenals. Die Patienten erhalten dabei Wachstumshemmstoffe, mit denen der Tumor am Fortschreiten gehindert wird, erläuterte Professor Dr. Heinz-Eckart Laack aus Hamburg.
Fortschritte sind aber nicht nur bei der Behandlung zu verzeichnen, sondern auch bei der Art und Weise, wie mit dem Thema Lungenkrebs umgegangen wird. Es gibt für die Patienten inzwischen deutlich bessere Informationsmöglichkeiten und auch Selbsthilfegruppen, in denen sie Beratung erhalten und Unterstützung im Umgang mit der Erkrankung erfahren. Dies berichtete Barbara Baysal, die in Berlin eine der ersten Selbsthilfegruppen für Lungenkrebspatienten gründete, bei der Jubiläumsveranstaltung. „Es ist für die Patienten wichtig, informiert zu sein und zu wissen, was auf sie zukommt“, meinte Frau Baysal, die ebenfalls an Lungenkrebs erkrankte. „Denn Wissen ist die beste Strategie gegen Angst“.
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