15.01.2015

Mit Kraftsport gegen die Fatigue

Auch während der Strahlentherapie ist sportliche Aktivität vorteilhaft.

Auch während der Strahlentherapie ist sportliche Aktivität vorteilhaft.

Tumormüdigkeit wird eindeutig gebessert

Ein gezieltes Krafttraining während der Strahlentherapie wirkt sich in mehrfacher Hinsicht positiv aus. Es lindert die bleierne Müdigkeit und Erschöpfung – das sogenannte Fatigue-Syndrom, das viele Krebspatienten quält. Gleichzeitig wird die Lebensqualität deutlich gesteigert. Das belegt eine Studie von Wissenschaftlern des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Universitätsklinik Heidelberg bei 160 Frauen mit Brustkrebs.

In der Untersuchung sollte geprüft werden, ob das Krafttraining tatsächlich effektiver ist als beispielsweise Entspannungsübungen in der Gruppe. Die Patientinnen wurden deshalb zufällig der Sport- oder der Entspannungsgruppe zugeteilt. Sie trainierten jeweils zweimal wöchentlich je eine Stunde. Vor Beginn und nach Abschluss des Trainings nach zwölf Wochen gaben die Studienteilnehmerinnen in einem detaillierten Fragebogen Auskunft über ihr psychisches und physisches Befinden. Außerdem wurde ihre Fitness untersucht.

Die Studie zeigte, dass die Frauen der Sport-Gruppe eindeutig weniger unter Erschöpfungssymptomen litten. Zudem besserten sich, wie erwartet, die Körperkraft und auch wichtige Teilaspekte der Lebensqualität. „Krafttraining ist offenbar eine wirksame Methode, um den belastenden Fatigue-Symptomen vorzubeugen oder sie zu lindern“, kommentierte Professor Dr. Karen Steindorf vom DKFZ das Resultat. Zudem profitieren die Patientinnen nach ihren Angaben in ihrem Alltagsleben von einer besseren körperlichen Leistungsfähigkeit. „Unsere Daten sind so überzeugend, dass wir empfehlen, Krafttraining schon therapiebegleitend in die Routineversorgung von Frauen mit Brustkrebs aufzunehmen.“