12.08.2014

Hautpflege: Stiefkind Kopfhaut

Wenn bei der Chemotherapie die Haare verloren gehen, braucht die Kopfhaut besonders gute Pflege.

Wenn bei der Chemotherapie die Haare verloren gehen, braucht die Kopfhaut besonders gute Pflege.

Kommt es durch die Chemotherapie zum Verlust der Haare, sollte man bei der Hautpflege besonderes Augenmerk auf die Kopfhaut legen. Um diese machen wir uns meist kaum Gedanken und behandeln sie bei der täglichen Pflege wie ein Stiefkind. Das ist im Allgemeinen kein Problem, denn sie wird normalerweise durch die Haare vor dem Unbill der Umwelteinflüsse geschützt. Anders als beispielsweise die Gesichtshaut ist die Kopfhaut deshalb jedoch nicht daran gewöhnt, ohne schützendes Haarkleid auf Kälte und Wärme und vor allem auf Sonnenbestrahlung zu reagieren. Ein haarloser Kopf sollte daher durch eine Mütze oder zum Beispiel ein gebundenes Schlauchtuch geschützt werden.


Der Kopfhaut während einer Krebstherapie mehr Beachtung zu schenken, ist noch aus einem anderen Grund wichtig: Durch das Waschen, Kämmen und Bürsten der Haare regen wir normalerweise die Durchblutung in der Kopfhaut an. Das entfällt zwangsläufig, wenn die Haarpracht schwindet. Deshalb sollte man sich in der Zeit der Chemotherapie täglich eine Massage der Kopfhaut gönnen. Das tut der Haut gut, wirkt entspannend und stimuliert ganz nebenbei auch die Durchblutung. Die Massage kann per Hand erfolgen oder mit einer kleinen Babybürste. Nach der Massage geht es an die Hautpflege: Die Kopfhaut sollte in haarlosen Zeiten wie auch die Gesichtshaut mit Reinigungsmilch, Gesichtswasser und Gesichtscreme oder gegebenenfalls auch Körperöl behandelt werden. Bei Aufenthalten in der Sonne ist zum Schutz vor der UV-Strahlung eine Kopfbedeckung wichtig und/oder das Auftragen einer Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor.

Übrigens: Die nachwachsenden Haare sind häufig grau, woran sich manche Frau, die zuvor die Haare gefärbt oder getönt hat, nur schwer gewöhnt. Vor dem Gang zum Friseur, der wieder für die gewohnte Haarfarbe sorgen soll, ist eine Nachfrage beim Arzt ratsam. Denn Haarfärbe- und Tönungsmittel sind chemische Produkte. Sie können Substanzen enthalten, die Wechselwirkungen mit Krebsmedikamenten haben und dadurch Nebenwirkungen provozieren können.