12.08.2014

Medizinische Rehabilitation wird zu wenig genutzt

Nur jeder dritte Krebspatient geht zur Rehabilitation

Nur jeder dritte Krebspatient geht zur Rehabilitation

Rund 40 Prozent der Menschen, die an Krebs erkranken, sind im erwerbstätigen Alter – so die Daten des Robert Koch-Institutes in Berlin. Bei der Mehrzahl dieser Patienten kann eine medizinische Rehabilitation helfen, „gesundheitliche Beeinträchtigungen abzuwenden, die Erwerbsfähigkeit wiederherzustellen und die Lebensqualität trotz der bedrohlichen Erkrankung zu erhalten“, betonte Professor Dr. Hans-Helge Bartsch aus Freiburg. „Dennoch beantragen viele Krebspatienten keine Leistungen, die ihre Arbeitsfähigkeit wiederherstellen oder stabilisieren“, so Professor Bartsch.

Denn obwohl der Rehabilitationsbedarf infolge der steigenden Zahl an Krebserkrankungen und der Verlängerung der Lebensarbeitszeit stetig zunimmt, ist die Zahl der Anträge auf eine onkologische Rehabilitation rückläufig. Nur rund ein Drittel der Krebspatienten nehmen derzeit Reha-Leistungen in Anspruch, teilt die Deutsche Krebshilfe mit. Um die notwendige medizinische Rehabilitation zu erhalten, müssen die Betroffenen einen entsprechenden Antrag bei dem zuständigen Rehabilitationsträger stellen – ein Schritt, vor dem schwer erkrankte Menschen ohne Beratung und begleitende Unterstützung häufig zurückschrecken.

Bessere Chancen auf Wiedereingliederung in den Job

Die Antragsstellung ist aber wichtig, weil eine medizinische Rehabilitation nachweislich die Chancen für eine erfolgreiche berufliche Wiedereingliederung oder den Verbleib im Erwerbsleben erhöht. Angaben des Deutschen Rentenversicherungs-Berichtes zufolge waren im Verlauf von zwei Jahren nach einer Rehabilitation 85 Prozent der Patienten wieder erwerbsfähig. Eine Reha-Maßnahme beugt damit auch einer dauerhaften Erwerbsminderung und den daraus resultierenden ökonomischen Konsequenzen vor, verdeutlicht Professor Bartsch. Viele Betroffene und ihre Familien aber seien nach einer häufig vermeidbaren Berentung einem hohen Armutsrisiko ausgesetzt.

Informationen zu Rehabilitationsleistungen

Adressen von Krebs-Selbsthilfeorganisationen, Krebsberatungsstellen und weitere Informationen zu Rehabilitationsleistungen gibt es beim Informations- und Beratungsdienst der Deutschen Krebshilfe.

Unter www.krebshilfe.de kann bei der Organisation außerdem kostenfrei die Broschüre „Wege zu Sozialleistungen“ bestellt werden.