17.12.2010

Magen- und Darmkrebs: Was kann Sport bewirken? - Die körperliche Belastung nur langsam steigern

Ein körperliches Bewegungsprogramm kann Menschen mit Magen- und auch jenen mit Darmkrebs helfen, die Beweglichkeit im operierten Bereich zu verbessern, die Rumpf- und Rückenmuskulatur zu kräftigen und ganz allgemein die körperliche Konstitution zu stärken.

Die Betroffenen können nach komplikationsloser, kompletter Ausheilung der Operationsnarbe, von einigen Einschränkungen abgesehen, fast alle Sportarten betreiben. Sie sollten laut Dr. Freerk Baumann von der Deutschen Sporthochschule in Köln unbedingt jedoch die Belastungsintensität nur langsam steigern und zunächst auf das Heben schwerer Gewichte verzichten und auch allgemein schwere Belastungen vermeiden. „Dazu gehört auch schwere Gartenarbeit“, mahnt der Sporttherapeut. Dann kann man nach und nach die Belastung steigern, wobei die Bewegung aber keine Schmerzen verursachen darf.

Ähnliche Ratschläge gibt Sportwissenschaftler Baumann Patienten, bei denen die Gebärmutter aufgrund einer Krebserkrankung oder ein Teil der Leber entfernt werden musste. „Für diese Patienten gelten nahezu die gleichen Bewegungsempfehlungen wie für Menschen mit Magen- oder Darmkrebs“ sagt Baumann.

Geeignet sind nach seinen Angaben Ausdauersportarten wie Radfahren, Walking und Nordic Walking sowie ein Stufentraining (Stepping), Skilanglauf Wandern, Tai-Chi oder Qui-Gong und Yoga sowie modifizierte Ballspiele. Bei Ballspielen oder Wettkampfspielen sollten aber weiche Bälle gewählt werden. Grundsätzlich müssen nach Bauch-Operationen aufgrund der Schonhaltung aber auch Kräftigungsübungen für den Rücken durchgeführt werden. Wenn dann die Operationsnarbe „dicht“ ist, sollten Dehnübungen für die Bauchmuskulatur folgen.

Einschränkungen bei der Wahl der Sportart  gibt es vor allem bei Patienten mit Darmkrebs, bei denen ein künstlicher Darmausgang angelegt werden musste. Ihnen rät der Sporttherapeut zunächst zu einfachen gymnastischen Übungen, wobei ruckartige und reißende Bewegungen zu vermeiden sind. Außerdem müssen Übungen in Bauchlage so abgeändert werden, dass die Bauchregion dadurch nicht belastet wird. Die Patienten müssen während den Übungen zudem auf eine gleichmäßige Atmung achten, um nicht in eine Pressatmung zu verfallen. Bauchkräftigungsübungen sollten ferner stets mit Rückenübungen kombiniert werden, um den gesamten Bewegungsapparat gleichmäßig zu kräftigen und zu stabilisieren.

Weiterführende Informationen – selbstverständlich auch zu Empfehlungen für Patienten mit anderen Tumorformen - finden Interessierte auf der Internetseite www.freerk-baumann.de. Dort gibt es auch Hinweise zu Broschüren und Büchern zum Thema „Sport und Bewegung bei Krebs“.