22.02.2011

Auch beim Lungenkrebs helfen Bewegung und Sport - Die körperliche Konstitution stärken

Trotz Lungenkrebs sportlich aktiv sein? Was sich zunächst unrealistisch anhört, ist durchaus sinnvoll. „Denn mit einem vernünftigen Bewegungsprogramm lässt sich die Muskulatur der Atemwege stärken“, sagt Dr. Freerk Baumann von der Deutschen Sporthochschule in Köln. „Durch ein gezieltes Training kann außerdem für eine stabile Rumpfmuskulatur gesorgt werden, was für eine gute Atemfunktion unerlässlich ist“, erklärt der Sporttherapeut. Die Bewegungstherapie zielt nach seinen Worten bei Lungenkrebspatienten zunächst darauf ab, ganz allgemein die körperliche Konstitution zu verbessern. Vor allem das operierte Gewebe kann zudem durch ein spezielles Flexibilitätstraining wieder dehnbar gemacht werden.

Parallel dazu sollten im Rahmen der Rehabilitation spezielle Atemtechniken erlernt werden. Das kann mit dazu beitragen, die allgemeine Leistungsfähigkeit im Alltag wiederherzustellen und zu fördern, denn durch atemgymnastische Übungen kann das Atemvolumen bei Patienten, denen ein Teil der Lunge entfernt werden musste, deutlich gesteigert werden.

Wichtig ist laut Baumann ferner eine Schulung der Körperwahrnehmung, die durch die Operation oft eingeschränkt ist. Hilfreich hierzu sind Massagen, Entspannungsverfahren und das Pulsmessen nach einem leichten Ausdauertraining. Generell sind Ausdauersportarten wie Radfahren, Walking und Nordic Walking auch bei Lungenkrebs-Patienten geeignet, um die körperliche Fitness zu steigern. Aufgrund der reduzierten Atemkapazität sollten die Betroffenen sich aber auf kurze Strecken beschränken und gegebenenfalls entsprechend der individuellen Leistungsfähigkeit Pausen einlegen. Intensität und Dauer des körperlichen Trainings müssen unbedingt dem jeweiligen Leistungsniveau angepasst und Überforderungen strikt vermieden werden.

Nach vollständiger Ausheilung der Operation sind Schwimmen und Wassergymnastik als Sportarten ebenso geeignet wie Bewegungsspiele mit dem Ball, die Spaß machen und damit auch zu körperlicher Aktivität motivieren. Wichtig ist auch ein gezieltes Krafttraining, da die Muskulatur sich durch die Lungenkrebs-Erkrankung und deren Behandlung rasch zurückbildet.

Spiele mit Wettkampfcharakter, wie Fußball oder Handball, sind dagegen weniger sinnvoll, weil sie ein erhebliches Risiko der Überforderung beinhalten. Wer jedoch diesen Sportarten lieber frönen möchte, kann dies laut Baumann durchaus auch tun – allerdings mit gedrosseltem Ehrgeiz beim Wettkampf.