10.06.2014

Körperliches Training stärkt die Tumorabwehr

Intensives Lauftraining kann wahrscheinlich bei Krebspatienten die Tumorabwehr stärken.

Intensives Lauftraining kann wahrscheinlich bei Krebspatienten die Tumorabwehr stärken.

Neue Studie zum Thema „Sport und Krebs“

Lange wurde Krebspatienten geraten, sich körperlich zu schonen. Das Gegenteil ist richtig. Denn Menschen mit Krebs profitieren offenbar in besonderem Maße von einem körperlichen Training. Das belegt eine aktuelle Studie der Deutschen Sporthochschule in Köln, deren Ergebnis beim Deutschen Krebskongress in Berlin vorgestellt wurde.

In der Studie absolvierten 15 Patienten mit Brust-, Darm- oder Prostatakrebs, deren Krebstherapie mindestens ein Jahr zurücklag, zusammen mit 15 gesunden Kontrollpersonen ein intensives Lauftraining. Danach nahmen sie an einem Halbmarathon teil. 

Vor Beginn des Trainings, nach drei und sechs Monaten sowie eine Stunde vor und nach dem Halbmarathon wurde der Immunstatus der Teilnehmer untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Zahl von Zellen des Immunsystems, die für die Erkennung und Zerstörung von Tumorzellen wichtig sind, durch das Training im Blut angestiegen war. Dieser Anstieg war im Blut der Patienten sogar stärker als im Blut der gesunden Kontrollpersonen. „Das deutet auf eine verbesserte Tumorabwehr hin“, berichtete Professor Dr. Wilhelm Bloch von der Kölner Sporthochschule. Das Studienergebnis zeigt nach seinen Worten, dass körperliche Aktivität für Krebspatienten sinnvoll ist und das gilt nach Prof. Bloch offenbar auch für ein intensives Training.

Dass ein moderates körperliches Training bei Krebspatienten Sinn macht, ist nach Dr. Freerk Baumann, Köln, bereits länger bekannt. So ist gut dokumentiert, dass ein regelmäßiges Bewegungstraining  bei Tumorpatienten die körperliche Ausdauer und die Muskelkraft verbessert. Durch die Bewegung lassen sich zudem Nebenwirkungen der Krebstherapie wie zum Beispiel eine starke Erschöpfung (Fatigue-Syndrom) lindern. „Die allgemeine Lebensqualität der Krebspatienten nimmt zu“, betonte Dr. Baumann. Selbstverständlich sollte die Intensität des körperlichen Trainings der individuellen Situation angepasst sein. Die aktuelle Studie zeigt dabei, so Dr. Baumann, dass auch eine intensive körperliche Belastung sinnvoll sein kann.

Lässt die allgemeine gesundheitliche Lage es aber zu, kann in aller Regel rasch nach einer Krebsoperation mit einem Bewegungstraining begonnen werden. Es ist außerdem durchaus  möglich und keineswegs nachteilig für die Gesundheit, wenn Krebspatienten während einer Strahlenbehandlung oder auch während einer Chemotherapie ihre Fitness trainieren.