21.03.2014

Schatzsuche und Abenteuerreise – Abwechslung im Klinikalltag

Dr. Freerk Baumann

Toben macht auch krebskranken Kindern Spaß

„Wir entern jetzt das Schiff!“ – Kinder lieben es, aktiv zu sein, zu laufen, zu springen und zu toben. Krebskranke Kinder machen da keine Ausnahme. Sie profitieren ebenso wie Erwachsene von regelmäßiger körperlicher Aktivität. Allerdings brauchen Kinder andere Bewegungsangebote als Erwachsene. Wie diese aussehen können, wird derzeit in Köln in einem Modellprojekt der Deutschen Sporthochschule untersucht.

Dabei trainieren krebskranke Kinder und Jugendliche zusammen mit ihren Geschwistern einmal pro Woche in einer kleinen Sporthalle eines Kinderkrankenhauses. Das Training erfolgt spielerisch, die Kinder werden zu Piraten, gehen auf Schatzsuche, machen eine Abenteuerreise oder stärken ihre Kraft am Boxsack. „So erfahren die Kinder wieder Spaß an Bewegung, haben Erfolgserlebnisse und bekommen wieder Vertrauen in ihren Körper“, berichtet der Leiter des Projektes, Dr. Freerk Baumann.

Das ist aus seiner Erfahrung wichtig, da die Kinder durch die Krebserkrankung und die intensive Behandlung oft körperlich geschwächt sind. Sie werden zudem meist längere Zeit aus ihrem gewohnten sozialen Umfeld herausgerissen, ihr Bewegungsradius ist eingeschränkt, der Spieltrieb wird gedämpft, das normale Aktivitätsniveau wird gedrosselt. Das hat langfristig Auswirkungen auf die körperliche Fitness und dem wollen die Kölner Sportwissenschaftler mit dem von ihnen entwickelten Bewegungsprogramm entgegenwirken. „Die Kinder können darin ihren natürlichen Bewegungsdrang wieder ausleben“, sagt Dr. Baumann. „Sie erleben das Sportprogramm als willkommene Abwechslung in ihrem Klinikalltag und stärken so ganz nebenbei wieder ihre körperliche Kraft und ihre Fitness.“