11.08.2016

Tumorprofiling: Das Profil des Tumors entlarven

In Chicago  ndet alljährlich der ASCO, der weltgrößte Krebskongress statt.

In Chicago ndet alljährlich der ASCO, der weltgrößte Krebskongress statt.

Neue, beim amerikanischen Krebskongress vorgestellte Strategien gegen den Krebs

Die Krebsforscher verstehen bei vielen Krebserkrankungen immer besser, wie das Wachstum der Tumore gesteuert wird. Dabei wird auch deutlich, dass zum Beispiel Lungenkrebs nicht gleich Lungenkrebs ist, sondern die Tumore sehr verschieden sein können. Sie können sich zudem im Verlauf der Erkrankung wandeln und es kann sogar sein, dass Tumorzellen mit unterschiedlichen Charakteristika nebeneinander vorliegen. Durch diese Vielfalt der Tumore – der Mediziner spricht von der Heterogenität – ist auch bei einer zielgerichteten, sich an den konkreten  Veränderungen der Zellen orientierenden Therapie oft kein dauerhafter Erfolg zu erzielen. So kommt es häufig zwar anfangs zur Krankheitskontrolle, der Tumor beginnt in der Folgezeit aber wieder zu wachsen.

Deshalb verfolgen die Krebsforscher mit dem sogenannten Tumorprofiling eine neue Strategie im Kampf gegen den Krebs, wie beim amerikanischen Krebskongress ASCO in Chicago deutlich wurde. „Wir wissen mittlerweile, dass Tumore wie der Lungenkrebs sich basierend auf den molekularen Veränderungen in verschiedene Subtypen unterteilen lassen“, berichtet dazu Professor Dr. Jürgen Wolf aus Köln. Die Subtypen zu identifizieren, also das Profil des Tumors zu entlarven, ist nach seiner Darstellung ein zentrales Ziel der modernen Krebsforschung. Denn wird das jeweilige Tumorprofil verstanden, kann noch gezielter als bisher nach Wirkstoffen gesucht werden, die die Wachstumssignale im individuellen Fall blockieren.