01.07.2009

Deutsche Leukämie- und Lymphomhilfe: "Unsicherheiten abbauen"

Üblicherweise begeben sich Krebspatienten erst nach der Behandlung in eine Selbsthilfegruppe, um dort über ihre Ängste zu sprechen. Bei Patienten mit indolentem malignen Lymphom ist das oft anders: „In den meisten Fällen erfolgt die Diagnose als Zufallsbefund im Frühstadium der Erkrankung.

Dann muss nicht sofort behandelt werden. „Wait and Watch“, also „Abwarten und Beobachten“ heißt es dann erst einmal“, sagt Wolfgang Waldhaus, der in Elmshorn eine Selbsthilfegruppe der Deutschen Leukämieund Lymphomhilfe leitet.

Krebs zu haben, aber lange Zeit keine Therapie zu erhalten, das ist für die Betroffenen nach seinen Worten eine starke Belastung. „Man möchte den Tumor gerne los werden und ist extrem verunsichert, wenn es heißt, dass man erst einmal ohne Therapie zurecht kommen soll“, sagt Waldhaus, der selbst seit dem Jahre 2000 an einem malignen Lymphom erkrankt ist, bisher jedoch noch keine Therapie benötigte.

Solche Verunsicherungen abzu abzubauen, den Patienten umfassende Informationen über die Krankheit und die Therapieoptionen zu geben, sowie die Möglichkeit, ihre  Befürchtungen zu verbalisieren, ist laut Waldhaus ein wichtiges Anliegen der Selbsthilfe.

Denn beim indolenten malignen Lymphom denkt so mancher Betroffene, ihm werde nicht die Wahrheit gesagt, wenn es heißt, der Tumor sei so früh entdeckt worden, dass eine Behandlung noch nicht notwendig sei. „Im allgemeinen Verständnis ist es doch gerade so, dass eine Früherkennung angestrebt wird, um den Tumor rechtzeitig entfernen zu können“, so Waldhaus. „Da unsere Krankheit jedoch meist sehr langsam und lange Zeit auch beschwerdefrei verläuft, könnte man sie auch als „Zeitlupenkrebs“ bezeichnen. Behandeln muss man erst, wenn schwerwiegende Symptome dies erforderlich machen“.

Die sich breit machenden Ängste zu zerstreuen – auch dazu trägt laut Waldhaus die Selbsthilfe bei.

Kontakt
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Telefax: 0228/33 88 9 222

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