13.12.2012

Neuer Tumormarker beim Hodenkrebs - Den Krankheitsverlauf individuell abschätzen

Wird bei einem Mann Hodenkrebs festgestellt, sind seine Heilungschancen außerordentlich gut. Sogar im fortgeschrittenen Stadium ist fast immer eine Heilung möglich. Der Tumor wird üblicherweise operativ entfernt, allerdings brauchen die Männer eine langjährige Nachsorge, um einen eventuell drohenden Rückfall frühzeitig zu erkennen.

Hilfreich hierbei sind so genannte Biomarker, die ein erhöhtes Tumorrisiko oder die Entwicklung eines erneuten Tumors anzeigen. Es handelt sich um spezielle Parameter, die im Idealfall mittels einer einfachen Blutuntersuchung zu kontrollieren sind. Bislang sind aber solche Biomarker nicht für alle Hodenkrebsarten verfügbar. Diese Lücke kann der neue so genannte Faktor miR-371-3p schließen, den Wissenschaftler des Zentrums für Humangenetik der Universität Bremen zusammen mit Medizinern des Hamburger Albertinen-Krankenhauses entdeckt haben. Der neue Tumormarker erweitert damit die Möglichkeiten, den Verlauf der Erkrankung zu überwachen.
Dies ist nach Angaben der Bremer und Hamburger Wissenschaftler bedeutsam, weil die bislang üblicherweise bei der Hodenkrebs-Nachsorge bestimmten Biomarker bei einem großen Teil der Patienten nicht aussagekräftig sind. „Unsere Daten lassen hoffen, dass der neue Marker die Nachsorge für Patienten mit Hodenkrebs zukünftig verbessern wird“, erläutert Professor Dr. Jörn Bullerdiek, Leiter des Bremer Zentrums für Humangenetik, die vorliegenden Befunde.
Hodenkrebs ist insgesamt ein seltener Tumor, stellt allerdings die häufigste bösartige Krebserkrankung bei Männern zwischen 20 und 40 Jahren dar. Seit einigen Jahren ist zudem eine Zunahme der Häufigkeit von Hodenkrebs festzustellen, wobei die Ursachen hierfür bislang nicht klar sind. Weitere Informationen zum Thema Hodenkrebs gibt es auf der Internetseite der Deutschen Krebsgesellschaft unter www.krebsgesellschaft.de/krebsarten.