06.06.2012

Die Verpackung des Erbguts in Tumorzellen sichtbar machen

Auf Fortschritte bei der Behandlung der Chronisch Lymphatischen Leukämie (CLL) hoffen Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg, die den Forschungsansatz der so genannten Epigenetik verfolgen. Bei dem Projekt wird untersucht, inwieweit in den Tumorzellen Veränderungen der „Verpackung“ des Erbguts vorliegen. Dies basiert auf der Erkenntnis, dass in Krebszellen oft nicht nur das Erbgut verändert ist (Mutationen), sondern auch die Art und Weise, wie die Erbinformation mit Eiweißstoffen verpackt ist.

Ist aber das komplexe Netz aus Erbinformation und „Verpackung“ nicht intakt, so kann dies dazu führen, dass die Erbinformation nicht richtig „gelesen“ werden kann oder in ihrer Funktion unterdrückt wird. Dann kann zum Beispiel eine kranke Zelle ihren genetisch verankerten Befehl zur Selbstzerstörung ignorieren. Es ist ferner möglich, dass Zellen über eine veränderte „Verpackung“ Gene ausschalten, die eine Krebsentstehung verhindern.

„Wir wollen epigenetische Zusammenhänge, also Teile der komplexen ‚Verpackung’ der Erbinformation herausfiltern, die für die Entstehung und Bekämpfung der CLL entscheidend sind“, erläutern Dr. Karsten Rippe vom DKFZ und Dr. Daniel Mertens von der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III, die das neue Forschungsnetzwerk koordinieren. Ziel der Untersuchungen ist unter anderem, eine neue Generation von Krebsmedikamenten zu entwickeln, die auf die veränderten Faktoren Einfluss nimmt.