12.08.2013

Neue Technik lässt den Hirntumor bei der OP leuchten

Ein Farbstoff lässt das Tumorgewebe leuchten.

Ein Farbstoff lässt das Tumorgewebe leuchten.

Bei der Behandlung bösartiger Hirntumore zeichnen sich gleich in mehreren Bereichen Neuerungen ab. Zum einen wird intensiv an der Entwicklung innovativer Medikamente zur Behandlung von Patienten mit Glioblastom gearbeitet. Zum anderen gibt es neue Operationstechniken, die es erleichtern, den Tumor operativ zu entfernen.

Hoffnung auf Therapieerfolge beim Glioblastom

Dabei soll einerseits das Tumorgewebe möglichst komplett entfernt werden, andererseits dürfen keine wichtigen Hirnstrukturen Schaden nehmen. Die Neurochirurgen greifen dabei zu einem Trick: Sie verabreichen den Patienten einen Farbstoff, der das Tumorgewebe unter Fluoreszenzlicht rot leuchten lässt: „Wir können dadurch die Begrenzung des Tumors sehr viel besser erkennen“, berichtete Professor Dr. Walter Stummer aus Münster beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie in Düsseldorf.

Ungewöhnliche Methoden helfen außerdem, gesunde Strukturen bei der OP nicht zu verletzen. Dabei wird die Narkose derart gesteuert, dass der Patient während des Eingriffs erweckbar ist. Dies ist möglich, da die Operation am Gehirn keine Schmerzen verursacht. Im Wachzustand kann der Patient dann ihm gestellte Aufgaben wie beispielsweise das Lösen von Rechenaufgaben erfüllen. „Wir können so Funktionen überprüfen und noch während der Operation zum Beispiel das Sprachzentrum oder das Sehfeld kontrollieren“, erläuterte der Münsteraner Neurochirurg.

Neben der positiven Entwicklung bei der Operation von Hirntumoren wird es nach Meinung von Professor Stummer künftig auch Fortschritte bei der molekularen Diagnostik der Hirntumore geben, was wiederum eine zielgerichtete Therapie ermöglichen dürfte. Außerdem gibt es, so Stummer, Fortschritte bei der umfassenden Betreuung der Patienten in zertifizierten Zentren. Vier zertifizierte Hirntumorzentren haben sich bereits etabliert, und zwar in Berlin, Regensburg, Münster und Würzburg.