21.02.2013

Lässt sich die chronisch lymphatische Leukämie bald unter Kontrolle halten?

Eine Erkrankung, bei der schon in absehbarer Zukunft erhebliche Fortschritte zu erwarten sind, ist die chronisch lymphatische Leukämie, kurz CLL.

“Das Gebiet ist sehr forschungsintensiv und es sind derzeit eine ganze Reihe neuer Wirkstoffe in der klinischen Entwicklung, die die Behandlungsmöglichkeiten schon bald erweitern könnten“, berichtete Professor Dr. Michael Hallek, Köln, beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) in Stuttgart. Es gelingt nach seinen Worten zunehmend, die Hintergründe der Erkrankung zu verstehen und genau nachzuvollziehen, welche Veränderungen die Erkrankung vorantreiben. Wenn die Wissenschaftler aber genau verstehen, welche Signale Wachstumsreize auf die bösartig entarteten Zellen ausüben, können sie Strategien entwickeln, mit denen sich diese Signalwege gezielt durchkreuzen lassen. „Hemmt man diese Signalwege, so kann man sogar erreichen, dass die CLL-Zellen absterben“, erläutert der Kölner Hämatologe.  Bereits jetzt gibt es durch spezielle Antikörper nach seinen Worten gute Behandlungsmöglichkeiten der CLL. Es wird dennoch mit Hochdruck daran gearbeitet, auch die Antikörpertherapie durch neue, noch effektivere und besser  verträglichere  Wirkstoffe zu optimieren. „Neue Wirkstoffe werden in ihrer Wirksamkeit und ihrer Verträglichkeit bereits in Studien beim Menschen geprüft“, erklärte der Mediziner anlässlich des DGHO-Kongresses. „Wir rechnen damit, dass aufgrund der Fortschritte, die sich auf verschiedenen Ebenen abzeichnen, die CLL in fünf bis zehn Jahren deutlich anders behandelt werden wird als heute“, so Hallek. „Und wir hoffen auch, dass es dann möglich sein wird, die Erkrankung durch die geschickte Kombination der neuen Medikamente langfristig sogar bei Hochrisikopatienten unter Kontrolle zu halten“.